Etwa 500.000 Helferinnen standen im Zweiten Weltkrieg im Einsatz bei der Wehrmacht: Stabs- und Nachrichtenhelferinnen halfen im Büro und am Klappenschrank bei der Verwaltung der besetzten Gebiete, Flakhelferinnen kämpften an der Luftkriegsfront im Deutschen Reich. Ihr Einsatz unterscheidet sich von den Bildern, die das kollektive Gedächtnis über die Frauengeschichte des Nationalsozialismus gespeichert hat: Die jungen Frauen erlebten Militär und Gewalt hautnah und hatten aktiv Anteil an der deutschen Kriegführung. Der militärische Masseneinsatz von Frauen war historisch traditionslos. Dennoch hielten viele im buchstäblichen wie übertragenen Sinne die Stellung. Franka Maubach untersucht die Kriegserfahrungen, die Vorprägungen und die Nachwirkungen nach 1945 und rekonstruiert so das kriegsgeprägte biografische Profil dieser Frauengeneration.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.2009
Rundum überzeugend findet Rezensentin Christiane Liermann diese Studie über "Kriegserfahrungen und Lebensgeschichten von Wehrmachthelferinnen", die Franka Maubach vorgelegt hat. Die Studie hat für sie zwei große Verdienste: zum einen lasse die Autorin die inzwischen betagten Frauen mit ihren Erfahrungen in Hitlers Wehrmacht zu Wort kommen, zum anderen rekonstruiere sie die Geschichte dieser Frauen im historischen Kontext. Lierbach bescheinigt Maubach nicht nur eine methodologisch überaus souveräne Oral History, sondern lobt auch das Zusammenspiel von Einfühlungsvermögen und Beobachterdistanz. Sie hebt die Grundmotive für das Wehrmachtsengagement hervor, die die Autorin herausarbeitet: die prägende Erfahrung des Ersten Weltkriegs, soziale Integration, aber auch die Verheißung von Freiräumen jenseits tradierter weiblicher Rollenmuster.
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