Klappentext

Die Pegida-Märsche und der Aufstieg der AfD sprechen eine deutliche Sprache: Es ist wieder salonfähig geworden, gegen eine vermeintliche "Überfremdung" zu wettern und Minderheiten zu diskriminieren. Gezielt werden die Ängste der bürgerlichen Mitte geschürt, um den Zorn der Wut- und Frustbürger auf die Schwächsten zu lenken: Ausländer und Homosexuelle müssen um ihre Sicherheit fürchten, Übergriffe gegen Juden nehmen zu. Wir dürfen diesem Treiben nicht länger zusehen, sondern sollten ihm mit guten Argumenten Einhalt gebieten. Liane Bednarz und Christoph Giesa analysieren, wie die neue Rechte arbeitet, welche Strategien und welche Politik sie verfolgt - und was die Gesellschaft dagegen tun kann!

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 07.11.2015

Als Aufklärungsbuch empfiehlt Daniel Bax den Band von Liane Bednarz und Christoph Giesa. Die beiden Journalisten erläutern darin den Aufstieg rechter Bewegungen wie Pegida oder AfD und untersuchen laut Rezensent die Gedankenwelt von rechten Vordenkern wie Götz Kubitschek oder Björn Höcke, aber auch von deren Idolen wie Oswald Spengler und Carl Schmitt. Wie solche Bewegungen durch Demonstrationen, sprachliche Subversion und Tabubrüche den öffentlichen Diskurs beeinflussen wollen, erfährt Bax ebenfalls. So wichtig die Einsichten der Autoren Bax auch erscheinen, der Fokus des Buches ist ihm zu eng. Laut Bax erfasst er zwar die neue Rechte, aber nicht ein Bürgertum, das autoritäres und antiliberales Denken für sich entdeckt hat.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 12.09.2015

Rezensent Alan Posener sieht im Buch "Gefährliche Bürger" über Deutschlands Neue Rechte einen "Leitfaden zum Denken" und eine Anleitung, wie mit dem möglicherweise demokratiegefährdenden Phänomen umzugehen sei. Die Autoren Liane Bednarz und Christoph Giesa würden dabei weniger konkrete Fragen beantworten als vielmehr beweisen, dass die Ideen der Neuen Rechten "nicht trivial sind und eine lange Traditionslinie haben". Allerdings hapert es in Poseners Augen an einer wirklichen Auseinandersetzung mit diesen Ideen und auch an einem differenzierten Blick zurück in die Geschichte, etwa auf den George-Kreis. Zudem ärgert den Kritiker das durchgehend von den Autoren verwendete "Wir": Es unterstelle ein Mehrheitskollektiv, mit dem der Rezensent offensichtlich seine Schwierigkeiten hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2015

Mit einem Anflug von Widerwillen bespricht Patrick Bahners diesen Band zweier sich als liberal begreifender Autoren, die aus ein paar Artikeln einiger versprengter Journalistenkollegen aus "Focus" und "Welt", die Bahners leider nicht namhaft macht, eine Art rechtspopulistischer Verschwörung zu zimmern scheinen. Auch den Verdacht, "in Hasskommentaren breche die Stimmung einer latenten Mehrheit hervor", mag Bahners nicht teilen. Die Autoren überschätzen das Netz ohnehin - wohl auch deshalb weil sie selbst vorwiegend im Netz publizieren, merkt Bahners als Angehöriger eines ehemaligen Leitmediums nicht ohne Süffisanz an. Internet gegen Internet: Das ganze hat für ihn den "Hautgout eines Familienkrachs".
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