Menschen, die auf Partys von Sylt bis Bayern "Ausländer raus" singen, Parteipolitiker, die die Nationalelf als "nicht deutsch genug" abkanzeln, Eltern, die ihre Kinder aus Angst vor rassistischen Übergriffen nicht mehr alleine zur Schule gehen lassen − das Erstarken der Rechten und ihre menschenfeindliche Propaganda zeigen sich nicht nur in Wahlergebnissen. Wie geht es den Menschen, die von diesem Hass direkt betroffen sind? Waslat Hasrat-Nazimi zeigt, wie der Alltag in einem Land, das einst als Ort der Chancen galt, nun von Angst und Ausgrenzung geprägt ist. Sie geht der daraus resultierenden Entfremdung nach, die in Gedanken an Auswanderung münden, aber auch in eine Radikalisierung von Teilen der migrantischen Gesellschaft. Welche Maßnahmen können ergriffen werden, damit sich die Situation nicht weiter zuspitzt? Das erarbeitet Waslat Hasrat-Nazimi gemeinsam mit ihren Interviewpartner:innen, darunter Enissa Amani, Tupoka Ogette, Aileen Puhlmann, Lamya Kaddor, Kübra Gümüşay, Karim Fereidooni, Sawsan Chebli und Emilia Roig.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.06.2025
Waslat Hasrat-Nazimi ist in den 1990er Jahren mit ihren Eltern vor dem afghanischen Bürgerkrieg geflohen und nach Deutschland gekommen, hat sich angepasst und sich emporgearbeitet, schildert Rezensent Tobias Matern. Jetzt jedoch befürchtet sie, ein weiteres Mal fliehen zu müssen, Grund ist der immer weiter zunehmende Rassismus in Deutschland: "Bewusst einseitig" schildert sie, wie die Medien AfD-Begriffe wie Remigration übernehmen, wie Racial Profiling stattfindet und was das mit Ressourcenverteilung zu tun hat, erfahren wir. Matern ist über weite Strecken einverstanden mit ihren Befunden, hätte sich allerdings gewünscht, dass die Autorin noch stärker reflektiert, wie ein "Schlichtungskonzept für eine polarisierte Gesellschaft" aussehen könnte.
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