Markus Liske (Hg.), Manja Präkels (Hg.)

Vorsicht Volk!

Oder: Bewegungen im Wahn?
Cover: Vorsicht Volk!
Verbrecher Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783957321213
Kartoniert, 280 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

25 Jahre nach Unterzeichnung des Einheitsvertrages erobern überall in Deutschland wahnhafte Bewegungen die Straßen. Sie nennen sich Pegida, HoGeSa, Montagsmahnwachen, Reichsbürger oder Friedenswinter. Einige dieser Zusammenschlüsse sind offen antisemitisch, andere islamophob und wieder andere beides. Sie haben Angst vor Flüchtlingen, "Homosexualisierung", Kondensstreifen oder einem geheimen weltjüdischen Kontrollrat. Ihre Helden heißen Wladimir Putin und Thilo Sarrazin, ihr gemeinsamer Gegner ist die "Lügenpresse". Mal sehen sie sich als Linke, mal als Rechte, und ihr gemeinsamer Schlachtruf lautet: "Wir sind das Volk!" Stimmt das? Sind sie "das Volk"? Und wenn ja: Was genau will dieses Volk? In "Vorsicht Volk!" erörtern Autorinnen und Autoren essayistisch die Ursachen, Hintergründe und Gemeinsamkeiten der neuen Wahnbewegungen. Mit Beträgen unter anderem von Patrick Gensing, Ivo Bozic, Elke Wittich, Alexander Karschnia, Heiko Werning, Stefan Gärtner, Willi Jasper, Anna Schmidt, Anselm Neft und Jutta Ditfurth.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.01.2016

Rezensent Hanning Voigts empfiehlt diesen von Markus Liske und Manja Präkels herausgegebenen Band aufs Wärmste. Allein das Ernstnehmen reaktionärer Tendenzen durch die Beiträger (unter ihnen etwa Jutta Ditfurth oder die Piraten-Politikerin Julia Schramm) scheint ihm wichtig. Ob das Phänomen Pegida, der Antisemitismus, die Antiabtreibungsbewegung oder die Bedeutung esoterischer Kleinverlage für die Verbreitung völkischen Denkens in den Blick genommen werden, stets sieht sich Voigts mit spannenden Fragen konfrontiert. Der Pluralismus des Bandes, seine vielen verschiedenen Blickwinkel, Themen und Herangehensweisen (von der autobiografischen Impression bis zur Polemik) findet der Rezensent einerseits anregend, andererseits problematisch. Häufig nämlich erscheinen ihm die Texte zu kurz, um analytische Schärfe und Stringenz zu entwickeln.

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