Der Zivilgesellschaft kommt für die Akzeptanz unserer Demokratie eine Schlüsselrolle zu: Sie verkörpert zentrale Werte und Normen des Miteinanders, organisiert Teilhabe und fördert Engagement. In ihr spiegeln sich aber auch gesamtgesellschaftliche Konfliktlagen: Das dynamische Vordringen rechter politischer Tendenzen, die sich nicht nur in den Erfolgen der AfD bei Bundestags-, Landtags- und Kommunalwahlen, sondern in zunehmendem Maße auch in Gewerkschaften, Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, Kultureinrichtungen, Sport- und Schützenvereinen oder Feuerwehren zeigen, hat eine neue Qualität erreicht.Wie relevant und umfassend sind rechte Aktivitäten in diesen Bereichen? Wie konnten sie sich entwickeln? Mit welchen Herausforderungen und Schwierigkeiten sehen sich zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure im Umgang mit rechten Einstellungen konfrontiert? Gibt es spezifische Reaktionsmuster oder Gegenstrategien? Wo bestehen Unterstützungspotenziale? Für diese Studie wurden erstmals rund 1.000 Funktionärinnen und Funktionäre zu rechten Aktivitäten in ihren Organisationen befragt. Die Erkenntnisse zeigen, wie man sich mit rechten Haltungen auseinandersetzen, das solidarische Miteinander unterstützen und unsere Demokratie widerstandsfähiger machen kann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.07.2022
Rezensent Tanjev Schultz hält den von Wolfgang Schroeder, Samuel Greef, Jennifer Ten Elsen, Lukas Heller und Saara Inkinen verfassten Band für lesenswert, wenngleich es sich um einen nicht sehr eingängigen Forschungsbericht handelt, wie er einräumt. Bedeutsam findet er die enthaltenen Ergebnisse von Umfragen in Kirchen, Verbänden, Gewerkschaften und Kultureinrichtungen insofern, als sie zeigen, dass solche Einrichtungen sensibel sind für die Gefahren von rechts und sie weitgehend gut im Griff haben. Dass die dafür nötigen Ressourcen knapp sind, vermittelt die Studie allerdings auch, so Schultz.
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