Leila Slimani

Dann schlaf auch du

Roman
Cover: Dann schlaf auch du
Luchterhand Literaturverlag, München 2017
ISBN 9783630875545
Gebunden, 224 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Sie wollen das perfekte Paar sein, Kinder und Beruf unter einen Hut bringen, alles irgendwie richtig machen. Und sie finden die ideale Nanny, die ihnen das alles erst möglich macht. Doch wie gut kann man einen fremden Menschen kennen? Und wie sehr kann man ihm vertrauen?Sie haben Glück gehabt, denken sich Myriam und Paul, als sie Louise einstellen - eine Nanny wie aus dem Bilderbuch, die auf ihre beiden kleinen Kinder aufpasst, in der schönen Pariser Altbauwohnung im 10. Arrondissement. Wie mit unsichtbaren Fäden hält Louise die Familie zusammen, ebenso unbemerkt wie mächtig. In wenigen Wochen schon ist sie unentbehrlich geworden. Myriam und Paul ahnen nichts von den Abgründen und von der Verletzlichkeit der Frau, der sie das Kostbarste anvertrauen, das sie besitzen. Von der tiefen Einsamkeit, in der sich die fünfzigjährige Frau zu verlieren droht. Bis eines Tages die Tragödie über die kleine Familie hereinbricht. Ebenso unaufhaltsam wie schrecklich.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 26.08.2017

"Unerhört" findet Rezensent Tilman Krause diesen Roman der französisch-marokkanischen Schriftstellerin Leila Slimani, der von Kindsmord im Speziellen und von der Unsicherheit unserer bürgerlichen Verhältnisse im Allgemeinen erzählt. Von Beginn an ist klar, was geschehen wird, und auch der Erzählstil bleibt eher kühl protokollarisch, meint Krause und kann sich doch der Sogkraft der Geschichte nicht entziehen: Denn Slimani weiß nicht nur das Mittelschichts-Milieu der Kindseltern und die prekären Verhältnisse ihres Kindermädchens klug und einfühlsam zu beschreiben, sondern sie erspart sich und uns auch einfache Antworten, lobt Krause, der dem Buch "brutale Wucht" attestiert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.08.2017

Sandra Kegel bekommt bei Leila Slimani ein aktuelles Sittenbild, scharf wie mit dem Messer geschnitten. Der Realismus der Erzählung ist es, der Kegel berückt. Die Geschichte eines fatalen Missverhältnisses zwischen einer Pariser Bürgerfamilie und ihrer aus prekären Verhältnissen kommenden Kindermädchens kann ihr die Autorin mit viel Sinn fürs Unheimliche, mit Präzision und Suspense vermitteln. Dass Slimani ihre Figuren nicht verurteilt oder entschuldigt, findet Kegel sinnvoll.
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