Karl Ernst Laage betrachtet den oft so distanziert dargestellten Dichter von der menschlichen Seite und findet einen ganz eigenen, oft augenzwinkernden Ansatz, die Person Theodor Storms und dessen Werk begreifbar zu machen. Der Autor liefert keine Lebensdarstellung und Ereignisaufzählung in üblicher Form von Geburt bis Sterbebett, sondern beschreibt in voneinander unabhängigen und doch ineinander verwobenen Kapiteln jeweils einen besonderen Aspekt der Person oder des Werks Storms.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2017
Für Rezensent Tilman Spreckelsen ist dieser Theodor-Storm-Band eine Art "Vermächtnis" des vergangene Woche gestorbenen renommierten Storm-Kenners Karl Ernst Laage. Denn das Buch versammelt zu Storms 200. Geburtstag neben älteren Studien auch neuere Arbeiten Laages, freut sich der Kritiker, der hier nicht nur von Storms Schulzeit in Lübeck, seinen juristischen Anfängen in Husum oder dessen Weggefährten liest, sondern auch erfährt, wie stark das Exil Leben und Schreiben des Autors beeinflusste. Mit großem Interesse liest der Rezensent vor allem, wie Laage den Vorwurf Fontanes, Storm sei lediglich ein "Heimatdichter" zerpflückt, indem er die weiter greifenden Bedeutungen von örtlichen Gegebenheiten und Beziehungen in Husum in Storms Werk analysiert. Ein anregendes Werk, das sich nicht nur an ein Fachpublikum richtet, lobt Spreckelsen.
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