Julius Wellhausen (1844-1918), zunächst Professor für Altes Testament an der theologischen Fakultät in Greifswald, danach Professor der Semitistik an den philosophischen Fakultäten in Halle, Marburg und Göttingen, begründete die moderne Sicht der Geschichte des alten Israel, wirkte bahnbrechend aber auch auf den Gebieten des vor- und frühislamischen Arabien und des Neuen Testaments. Seine Werke wurden immer wieder wegen ihrer einzigartigen schriftstellerischen Stärke gerühmt, die nun auch in seinen hier fast durchweg erstmals veröffentlichten Ausführungen zu Tage tritt. Der Band umfasst mehr als 1000 Briefe; unter den Adressaten befinden sich F. Althoff, A. v. Harnack, W. Herrmann, A. Jülicher, A. Kuenen, P. de Lagarde, E. Littmann, Th. Mommsen, Th. Nöldeke, Ed. Schwartz, A. Schweitzer und W.R. Smith. Die Themen gehen in ihrer Vielzahl weit über das Fachliche hinaus.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.03.2014
Einem, der sich nicht anpassen wollte und dem jegliches Pathos, Phrasen und Selbstdarstellung fremd waren, begegnet Friedrich Wilhelm Graf hier, in den Briefen des Theologen Graf Julius Wellhausen. Erfrischend wirkt die Lektüre auf den Rezensenten, da aus den Briefen die Lust zu steilen Thesen und scharfer Kirchenkritik ebenso spricht, wie sprachliche Brillanz, Sachlichkeit und ein breites Wissens- und Interessenspektrum, von der aktuellen politischen Lage über bildungspolitische Fragen bis zu Nietzsche und Albert Schweitzer. All das erfährt Graf aus den Briefen des Gelehrten an Theodor Mommsen, Ferdinand Justi oder Paul de Lagarde, die der Herausgeber Rudolf Smend, wie Graf findet, durch akribische Archivarbeit in einer glänzenden Edition ans Licht der Leselampe gebracht hat.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.02.2014
Wer einem ehrlichen Menschen und freien Wissenschaftler begegnen möchte, dem legt Johann Hinrich Claussen die Briefe des Theologen und Orientalisten Julius Wellhausen nahe. Historisch-kritisch im besten Sinne nennt Claussen den Mann, der sich in der Erforschung des Alten Testaments wie des frühen Islam einen Namen machte und doch so vollkommen unorthodox war. Die Briefe an Freunde und Kollegen wie den Politiker Friedrich Althoff, den Historiker Theodor Mommsen oder den Islamkundler Ignaz Goldziher zeigen Claussen einen bärbeißig-witzigen und wortgewandten, gänzlich uneitlen Gelehrten, der später die theologische Fakultät verließ, ohne mit seinem Glauben zu brechen.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…