Am 3. Dezember 2003 wird der hundertste Geburtstag von Hans von Campenhausen gefeiert, der als einer der bedeutendsten Patristiker des 20. Jahrhunderts gilt. Aus diesem Anlass erscheint ein Nachdruck von Die Entstehung der christlichen Bibel, das eines seiner Hauptwerke ist. Das Buch schildert die Entstehung der Idee einer christlichen Bibel von den Anfängen bei Jesus von Nazareth bis hin zum Beginn des vierten Jahrhunderts. Er schreibt eine Geistesgeschichte der Bibel in den ersten beiden Jahrhunderten und analysiert zu diesem Zweck sorgfältig die relevanten Texte. Ein Nachwort von Christoph Markschies, in Heidelberg Nachfolger auf dem Lehrstuhl von Campenhausens, informiert über die bisherige Forschung und den historischen Hintergrund dieses klassischen Entwurfs.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.12.2003
Die erstmals 1968 publizierte Studie des Patristikers ("Kirchenväterkundlers") Hans von Campenhausen "Die Entstehung der christlichen Bibel" ist Friedemann Voigt zufolge bis heute "unübertroffen". Wie die anderen Werke des Autors auch, sei es von einer "ungeheuren produktiven Spannung" durchzogen und zurecht nun in einem Neudruck neu aufgelegt. In dieser "kongenialen Leistung", die ins "Zentrum des Denkens" Camphausens führe, wie der Rezensent anmerkt, vertritt der im Jahre 1989 verstorbene Forscher die These, dass die Formierung des christlichen Kanons zum Alten und Neuen Testament nicht auf kirchliche Verfügungen zurückzuführen ist. Diese hätten sich "gleichsam von selbst" vollzogen, wie Voigt den Autoren zitiert.
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