Johann Joachim Spalding (1714-1804) war der bedeutendste protestantische Theologe des 18. Jahrhunderts. Seine der Praxis und Theorie christlicher Religion gewidmete Lebensarbeit machte ihn zu einem Bahnbrecher der Moderne.In dem breiten, vielseitigen Briefverkehr, den Spalding unterhielt, dokumentiert sich die Diskurskultur und Lebenswelt der Aufklärung in exemplarischer Unmittelbarkeit. Die Briefe erlauben repräsentativen Einblick in seine zeiterschließende Korrespondenz, die sich oft auch in die großen theologischen, literarischen und philosophischen Debatten der Zeit wegweisend einmischte.Der vorliegende Band ergänzt die bei Mohr Siebeck in 13 Bänden erschienene Kritische Ausgabe der Schriften und Predigten Johann Joachim Spaldings. Präzise Erläuterungen der erwähnten oder angespielten Personen und Sachumstände verdichten die Lektüre der durch detaillierte Register erschlossenen Briefe zu einem historischen Erlebnis.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.12.2018
Johann Hinrich Claussen schwärmt von den Briefen des evangelischen Theologen und Aufklärers Johann Joachim Spalding. Die erhaltene Korrespondenz mit Kant, Herder oder Moses Mendelssohn, Fragmente, wie Claussen erläutert, geben dem Leser eine Ahnung vom Netzwerker Spalding, von seiner enormen Bildung, seiner reichen Sprache und Kultur. Vor allem der Streit mit Herder zeigt Claussen die Souveränität Spaldings. Während Herder recht aggressiv dem milden Theologen eine "güldne Mittelmäßigkeit" vorwarf, antwortete dieser mit einem wahren Meisterwerk der Noblesse. Der schönste Brief im Band ist für den Rezensenten allerdings eine knappe Naturbeschreibung an Spaldings Frau.
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