Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.09.2004
"Beachtlich" findet Rezensent Klaus Berger diese Studie Hermut Löhrs über das frühchristliche und frühjüdische Gebet. Bei seiner Untersuchung von frühchristlichen Gebeten, vor allem des Gemeindegebets in 1 Clem 59-61, folge Löhr dem Ansatz der "neuen Formgeschichte" - einer Richtung der Untersuchung von Formen und Gattungen, die sich auf ernstzunehmende Weise an den sprachlichen Formen orientiere. Dementsprechend frage Löhr nach dem literarischen "Sitz" des Gebete innerhalb eines Briefes und nicht, wie einst Bultmann, nach dem "Sitz im Leben" von Gebeten. Dabei liefere der Autor einen Kommentar zu jedem Wort des Gemeindegebets von 1 Clem und bette es in die jüdisch-christliche Gebetskontinuität ein. Und das auf 350 dichtgedrängten Seiten! Seitenweise bekomme man kein Wort Deutsch zu lesen, sondern nur Griechisch und Zahlenangaben. "Lesbar" ist das nach Ansicht Bergers "nur für die Elite von vorgestern oder von übermorgen". Was bei Dem Rezensenten, der sich selbst offenbar dazu zählt, nicht als Kritik, sondern als Auszeichnung gemeint ist.
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