Julian Baggini

Ich denke, also will ich

Eine Philosophie des freien Willens
Cover: Ich denke, also will ich
dtv, München 2016
ISBN 9783423280839
Gebunden, 272 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Elisabeth Liebl. Wir sind nicht die Sklaven von Genen und Erziehung. Ist der Mensch für sein Handeln verantwortlich oder nur ein willenloses Produkt von Biologie und Umfeld? Da wir fähig sind zu denken, ist es unsere Aufgabe, unser Gehirn für unsere Freiheit einzusetzen. Haben wir also einen freien Willen? - Auf jeden Fall, sagt Julian Baggini, wir müssen ihn nur richtig verstehen und nutzen. Können wir an unserem freien Willen arbeiten? - Ja, ein gutentwickelter freier Wille ist keine universelle Gabe von Geburt an, sondern eine Errungenschaft, die wir uns erarbeiten müssen. Die Frage nach dem freien Willen ist einer der größten Streitpunkte der Wissenschaften. Für Baggini handelt es sich dabei nicht um eine rein metaphysische Frage, sondern vor allem um ein Problem der Moral. Auch wenn sich angesichts fortschreitender naturwissenschaftlicher Erkenntnisse zeigt, in welchem Maße die Menschen beeinflusst und beeinflussbar sind, dürfen sie sich ihre Freiheit nicht nehmen lassen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.08.2016

Philipp Hübl erwartet Großes von Julian Bagginis Buch und wird enttäuscht. Wenn der Autor Herausforderungen an Neurowissenschaft und Genetik diskutiert und von Menschen erzählt, deren Willensfreiheit eingeschränkt ist, alles mit dem Wissen der wichtigsten Philosophen der angelsächsischen Debatte um freies Menschsein im Hinterkopf, wie Hübl erläutert, gelingt die Symbiose zwischen Fachwissen und journalistischer Vermittlung laut Rezensent leider nicht. Hübl vermisst vor allem die Argumente der Philosophie auf dem Weg zu den referierten Thesen. Stattdessen bietet ihm der Autor eine Aneinanderreihung von Geschichten ohne erkennbaren Zusammenhang. Auch Bagginis eigene Freiheitstheorie wird für den Rezensenten nicht eindeutig erkennbar, bleibt widersprüchlich und bezüglich ihrer Referenzen ungenau. Die deutsche Übersetzung erschwert Hübls Lektüre zusätzlich mit Begriffsverwechslungen.

Beliebte Bücher

Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Nelio Biedermann. Lázár - Roman . Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2025.Nelio Biedermann: Lázár
Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…
Lukas Rietzschel. Sanditz - Roman . dtv, München, 2026.Lukas Rietzschel: Sanditz
Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,…
Elizabeth Strout. Erzähl mir alles - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Elizabeth Strout: Erzähl mir alles
Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…