William MacAskill

Was wir der Zukunft schulden

Warum wir jetzt darüber entscheiden, ob wir die nächste Million Jahre positiv beeinflussen - New York Times-Bestseller
Cover: Was wir der Zukunft schulden
Siedler Verlag, München 2023
ISBN 9783827501790
Gebunden, 448 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Jürgen Neubauer. Der britische Philosoph und Aktivist Will MacAskill fordert ein radikal neues Denken beim Thema Nachhaltigkeit: Unser heutiges Handeln muss nicht nur die Konsequenzen für die nächsten Generationen miteinbeziehen, sondern auch die Folgen für die Menschheit in einer weit entfernten Zukunft. Es reicht nicht aus, den Klimawandel einzudämmen oder die nächste Pandemie zu verhindern. Wir müssen sicherstellen, dass sich die Menschheit nach einem Kollaps auch wieder erholt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 08.01.2024

Aus dem neuen Buch des Philosophieprofessors William MacAskill kann Rezensent Matthias Bertsch lernen, was Longtermism ist: Die Annahme, dass es die Zukunft ist, die zählt und die noch kommenden Menschen, auf deren Leben und Überleben hin wir unser Handeln ausrichten sollen. Diese Zukunftsorientierung begründet der Autor mit einem Verweis auf die Vergangenheit: Was zur Zeit der Sklaverei utopisch aussah, sei heute ganz normal, und diejenigen, die sich damals für deren Freiheit einsetzten, seien zunächst auch nicht ernst genommen worden, erläutert Bertsch. Der Kritiker ist sich noch nicht ganz sicher, ob man sich ganz der Unsicherheit der Zukunft hingeben sollte, erkennt aber abschließend an, dass es ein wichtiges Anliegen ist, die Folgen unseres Handelns zu berücksichtigen. Auf alle Fälle liest er hier ein "bestens recherchiertes" Werk.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.09.2023

Rezensent Philipp Bovermann ist, das merkt man schnell, kein besonders großer Fan des vom Philosophen William MacAskill bereits in früheren Publikationen beschworenen "effektiven Altruismus". Dessen zentrale Prämisse lautet, so Bovermann, dass Ethik alleine nicht ausreicht, sondern durch wissenschaftliche Analyse und eine dieser entsprechenden Praxis ergänzt werden muss. Keineswegs sollte man sich also laut MacAskill von seinem bloßen Empfinden leiten lassen, führt Bovermann aus; vielmehr müsse man bereit sein, auf der Grundlage von Daten auch kontraintuitive Schlüsse zuzulassen. So sei es gemäß MacAskills Theorie gelegentlich durchaus sinnvoll, zukünftiges Glück gegen gegenwärtiges Leid auszuspielen. Manchmal ergibt der Ansatz durchaus Sinn, konzediert der Rezensent, etwa wenn MacAskill ausführt, dass die Ungewissheit über die Folgen des Klimawandels eher zu mehr denn zu weniger Vorsicht führen sollten. Was jedoch unter den Tisch fällt, so Bovermanns Kritik, sind Machtfragen, da die Spekulationen des Philosophen durchweg aus der Perspektive derer verfasst sind, die das Sagen haben. Spätestens, wenn MacAskill sich von Elon Musk vereinnahmen lässt und zustimmend Donald Rumsfeld zitiert, möchte Bovermann nicht mehr mitgehen.

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