Herausgegeben von Friedrich Hermanni und Peter Koslowski. Das Problem der Freiheit und Unfreiheit des menschlichen Willens ist ein Labyrinth, in dem sich die menschliche Vernunft immer wieder verirrt hat und sich gegenwärtig angesichts der Befunde der Neurowissenschaften besonders herausgefordert sieht. Sich in diesem Irrgarten zu orientieren, ist das Ziel dieses Buches. Dabei geht es vornehmlich um vier Fragestellungen, zwei philosophische und zwei theologische: 1. Ist es ausschließlich im Rahmen des Indeterminismus sinnvoll, dem Menschen Freiheit zuzuschreiben? 2. Welche Art von Freiheit müsste der Mensch besitzen, damit er für sein Handeln verantwortlich wäre ? 3. Ist der Hinweis auf die Freiheit des menschlichen Willens geeignet, um das Böse und die Übel in der Welt in einer Weise zu erklären, die Gott von der Verantwortung entlastet? 4. Ist es vernünftig, zugleich anzunehmen, der Mensch besitze einen freien Willen und seine Verwandlung ins Gute sei allein das Werk der göttlichen Gnade? Wird die menschliche Willensfreiheit in dem Maße verkleinert, wie die Gnade Gottes vergrößert wird?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2005
In der bisher ergebnislosen Diskussion um das Problem Determinismus versus Willensfreiheit, die momentan durch die Fortschritte der Neurowissenschaften wieder Konjunktur hat, sieht Rezensent Gerhard Kaiser die Philosophie, die sich klassischerweise mit dieser Frage befasste, etwas außen vor. Vor allem wurden seines Erachtens philosophische Überlegungen vernachlässigt, wonach sich Determinismus und Willensfreiheit gar nicht gegenseitig ausschließen. Der von Friedrich Hermanni und Peter Koslowski herausgegebene Sammelband "Der freie und der unfreie Wille" widmet sich zur Freude des Rezensenten nun genau diesen Überlegungen. Kaiser sieht bei den Beiträgen durchgehend die Tendenz, das Freiheitsproblem praktisch, als Frage menschlicher Verantwortlichkeit, zu fassen, und Verantwortlichkeit auch innerhalb eines deterministischen Rahmens zu bejahen - wenn auch auf durchaus unterschiedliche Weise. Als "systematischen Mangel" des Bandes empfindet Kaiser, dass zwar Positionen der vorkritischen Philosophie von der Scholastik bis zu Leibniz und des deutschen Idealismus von Hegel bis zu Baader und dem späten Schelling kritisch aufgenommen werden, die Position Kants zwar angerissen wird, aber nicht zum Tragen kommt. Für problematisch hält er zudem die "schlichte Nebeneinanderordnung" von Beiträgen mit sehr verschiedenen Argumentationsbedingungen und -rahmen.
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