Jürgen Kluge

Schluss mit der Bildungsmisere

Ein Sanierungskonzept
Cover: Schluss mit der Bildungsmisere
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783593371894
Gebunden, 220 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Ob Deutschland sich im internationalen Wettbewerb erfolgreich behauptet, hängt von der Bildung ab. Das Land, das hier nicht investiert, schadet sich selbst. Denn Bildungsarmut erzeugt Wachstumsarmut. McKinsey-Chef Jürgen Kluge fordert eine umfassende Sanierung des deutschen Bildungssystems. Mit dem Blick des Unternehmensberaters zeigt Jürgen Kluge, warum unser Bildungssystem, das einst weltweit Maßstäbe gesetzt hat, heute nur Mittelmaß produziert und soziale Ungleichheit erzeugt. Wenn wir es sanieren wollen, reicht es nicht aus, dem Staat mit Forderungen nach mehr Geld oder mehr Lehrern in den Ohren zu liegen. Wir werden nicht umhinkönnen, die Strukturen des gesamten Bildungsbereichs zu verändern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.07.2003

"Schluss mit der Bildungsmisere", fordert Jürgen Kluge, Physiker und Chef von McKinsey Deutschland, in seinem gleichnamigen Buch. Die Therapie, die aus der Krise führen soll, lautet: Ganztagsschule als schulische Lebensform, flächendeckende Versorgung mit Krippen und Kindertagesheimen, freie Schulwahl der Lernenden, und natürlich viel mehr Geld für die Schulen und Bildung. Das hat für Rezensent Frank Keil manchmal "etwas Hemdsärmeliges", ja zuweilen fühlt er sich wie sonntags bei Sabine Christiansen, "wo der eingeladene Fachmann den Redefluss der Politik bricht, ohne dass am Ende viel bei dieser angelangt sein dürfte". Nichtsdestoweniger hält er Kluge zu Gute, dass er viel Anregendes aus der momentanen Post-Pisa-Debatte versammele, und einem helfe, "sich auf Stand zu bringen."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.05.2003

Jeanne Rubner findet, dass man auf Jürgen Kluge hören sollte. Der ist Chef der Unternehmensberatung McKinsey, vertritt die These, dass Bildung die Voraussetzung für Wirtschaftswachstum ist, und kann das offensichtlich gut begründen. Die Rezensentin jedenfalls schließt sich seinem Appell für ein "Bildungswunder" an, das unter Aufwendung von fünf Milliarden Euro jährlich und mit weit gehenden Reformen des Bildungssystems vom Kindergarten (früher lernen) bis zur Uni (Studiengebühren) realisiert werden soll. Auf das Deutschland klüger und reicher werde.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.03.2003

"Wer zur Häme neigt", meint Susanne Mayer in ihrer Besprechung dieses Evaluationsberichts des deutschen Bildungssystems durch den deutschen McKinsey-Chef, "hat dem deutschen Bildungssystem längst einen wie Kluge auf den Hals" gewünscht. "Natürlich blauer Einband", schreibt sie weiter, "so sehen sie aus, die McKinsey-Vorlagen, vor denen der deutsche Arbeitnehmer zittert." Doch, so die Bilanz ihrer Lektüre: "Im deutschen Schulbetrieb muss niemand zittern." Kluge trage im Grunde nur längst Bekanntes zusammen. Und konkrete Forderungen für die nächste Zukunft -- "20 Jahre wird es dauern", resümiert die Rezensentin den Zeithorizont von Kluges "Sanierungskonzept" -- scheint es nicht zu geben. Erschrocken zeigt Mayer sich allerdings von Kluges Vorstellung darüber, welchem Ziel Erziehung heute -- und offenbar ausschließlich -- verpflichtet sein sollte. "Wir brauchen sie", unsere Kinder nämlich, schreibt Kluge, "als Treiber gesellschaftlicher Innovationen, auf die eine alternde Gesellschaft angewiesen ist."
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