Spätestens seit dem PISA-Schock haben zum Thema Schule alle etwas zu sagen. Doch wissen sie überhaupt, worüber sie reden? Nein, sagt Bildungsforscher Ludger Wößmann. Der junge Starökonom und führende Schulforscher von renommierten ifo Institut fordert zum schnellen Handeln auf. Muss das dreigliedrige Schulsystem abgeschafft werden? Ja, schnell, Spitzenreiter Finnland etwa trennt erst ab dem 9. Schuljahr! Brauchen wir mehr Geld? Nein, Irrtum, wir müssen es nur anders einsetzen. Sind wir erst seit PISA so mittelmäßig? Nein, schon seit vierzig Jahren, auch deswegen die hohe Arbeitslosigkeit. Sind Deutschlands Schulen noch zu retten? Ja, aber nur wenn die Reformen nicht auf linken und konservativen Vorurteilen aufbauen wie bisher. Ein aufrüttelndes Buch!
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2007
Der Rezensent mit dem Kürzel "mbe" ist angetan von den bildungspolitischen Analysen des Ökonomen Ludger Wössmann, die offensichtlich darauf angelegt sind, "Reformen anzustoßen". Auch wenn klar ist, dass seine Verbesserungsvorschläge nicht der Weisheit letzter Schluss sein können - schon allein, weil sie "oft den Eigeninteressen der Beteiligten widersprechen" - stecken nach Meinung des Rezensenten viele, auch jenseits des deutschen Schulwesens hilfreiche Anregungen drin. Weiter lobt der Rezensent die Klarheit von Wössmanns Thesen: "Es geschieht nicht häufig, dass ein Wissenschafter seine Forschungsergebnisse so pointiert und allgemeinverständlich an die Öffentlichkeit trägt." Auch gefällt ihm, dass der Autor "Mythen von linker wie von konservativer Seite" gleichermaßen leidenschaftlich entkräfte.
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