Petra Gerster, Christian Nürnberger

Stark für das Leben

Wege aus dem Erziehungsnotstand.
Cover: Stark für das Leben
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783871344640
Gebunden, 288 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Seit dem PISA-Schock herrscht Panik unter Deutschlands Bildungsexperten. Hektisch werden Lehrpläne entstaubt und Ganztagsschulen versprochen. Der "Erziehungsnotstand" ist endlich ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Doch was genau soll geschehen? Überall lautet die Antwort: Deutsche Schüler müssen mehr leisten, ihre "Lesekompetenz" erweitern und ihr "Weltwissen" vervollständigen. Die Forderung nach mehr Leistung und Wissen darf aber nicht die einzige Reaktion auf den Notstand sein - genauso wichtig ist eine Erziehung, die Persönlichkeit und Charakter in den Mittelpunkt stellt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.05.2003

Ein anderer Blick ist es nach Meinung von Roswitha Budeus-Budde auf jeden Fall, den das Autoren-Duo auf den angeblichen Erziehungsnotstand in Deutschland wirft, der oft mit der Pisa-Studie begründet wird. In diesem Buch steht nämlich die Verantwortung der Eltern im Vordergrund, die durch Kommunikation vor und mit ihren Kindern eine Menge bewirken können. Unterhaltsam und "unangestrengt" ist dieses Plädoyer nach Ansicht der Rezensentin, doch dabei auch ein bisschen unengagiert und unfokussiert: "Das Schreiben zu zweit erscheint als ein Kompromiss, der die Widersprüche, die gerade zwischen Eltern bei Erziehungsfragen auftauchen, bis zur Beliebigkeit glättet". Insofern führe die Skepsis der Autoren gegenüber der gängigen Sicht auf Fragen der Erziehung zu wenig mehr als nett erzählten Anekdoten, meint Budeus-Budde: "Alle Erkenntnisse aus dem eigenen häuslichen Biotop zu ziehen, ist zu wenig."
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.2003

Dies "Traktat", tadelt Jürgen Kaube, sei genau "das, was man 'zusammengeschrieben' nennt." Ganze Kapitel füllten sich durch Zitate, "solche mit und solche ohne Anführungsstriche." Und was dazwischen steht, hat Kaube auch nicht gefallen: "Meinungen und Home-Storys". Was schließlich den Zweck des Buches angehe, Rat bei der Erziehung von Kindern zu geben, so münde die Argumentation oft in Appelle der Art, "Geigen seien besser als Game-Boys", schreibt Kaube. Da es heute Leute gebe, "die auf so etwas nicht von alleine kommen", sei dem Buch aber dennoch "jeder Erfolg" zu gönnen, den es haben wird". Kaubes Fazit, formuliert im Anlehnung an Verona Feldbusch: "Wer sich hierdurch geholfen fühlt, hatte Rat dringend nötig."

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.03.2003

"Interessant" findet Susanne Mayer an diesem Buch vor allem, dass sich die Autoren über etliche Seiten hinweg darüber Gedanken machen, "wie die Einschränkung des kindlichen Bewegungsdrangs geistige Entwicklung hemmt." Sie möchte hier sogar einen überraschend originellen Beitrag zur Diskussion über die aktuelle Bildungs-Misere entdecken: "Kleine Wohnungen, schnelle Autos, auch das ist schlechte Bildungspolitik." Es reiche, so versucht die Rezensentin diesen für sie wichtigsten Gedanken des Buches dann außerdem noch einmal genauer auf den Punkt zu bringen, eben nicht, "Institutionen zu entrümpeln, unsere Lebensweise ist nicht Pisa-gerecht."