Seit der aufsehenerregenden PISA-Studie ist eine Reform des Bildungswesens dringlicher denn je. Doch einfache Lösungen und reines Expertum helfen nicht weiter. Die Impulse für die Reform müssen aus dem gespräch der Disziplinen und der am Bildungsprozess Beteiligten selbst hervorgehen, denn die zentrale Frage: Was und wie sollen Kinder lernen? ist keineswegs eine rein schulische Angelegenheit. Beiträger sind u.a. Gerald Hüther, Donata Elschenbroich, Wassilios Fthenakis, Dieter Braun, Horst Petri, Regina Ammicht Quinn, Helmut Fend, Aleida Assmann, Ralf Lord Dahrendorf, Mafred Spitzer und Jürgen Baumert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.03.2004
Durchwachsen findet Rezensentin Jeanne Rubner diesen von der Baden-Württembergischen Kultusministerin Annette Schavan herausgegebenen Band, der Beiträge von Ärzten, Neurobiologen, Jugendforschern und Theologen zum Thema "Bildung und Erziehung" versammelt. Während sich Rubner von den "vielschichtigen" und "größtenteils gelungenen" Diagnosen im ersten Teil des Bandes durchaus überzeugt zeigt, hält sie den zweiten Teil, der "Impulse für eine Modernisierung der Schule" geben will, kaum für zufriedenstellend. Hartmut von Hentigs Beitrag etwa nennt sie ein "sammelbandtypisches Recyclingprodukt", das den Leser ratlos zurücklasse. Auch Regina Ammicht-Quinns Klage, über Pisa könne der grundlegende Bildungsbegriff verloren gehen, kann Rubner nichts abgewinnen. Insgesamt erscheint ihr der Band "zu einförmig", was nicht weiter verwundert, stammen doch fast alle Autoren aus dem Kreis von Baden-Württemberg oder dessen Bildungsrat. "Das Ländle mag sich durch eine solide und weitsichtige Schulpolitik auszeichnen", resümiert die Rezensentin, "doch herausragende Bildungsexperten soll es auch anderswo geben."
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