Jürgen Oelkers

Wie man Schule entwickelt

Eine bildungspolitische Analyse nach Pisa
Cover: Wie man Schule entwickelt
J. Beltz Verlag, Weinheim 2003
ISBN 9783407221414
Broschiert, 227 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Das deutsche Schulsystem erzielte in der internationalen Pisa-Erhebung schlechte Werte, weil es die größte Spreizung zwischen guten und schlechten Schülern aufweist und dabei viel zu wenig tut, die Privilegien der Herkunft auszugleichen. Was soll getan werden? Tests und Standards, so der Autor, sind noch keine Schulentwicklung, wenn sich damit lediglich mehr formale Kontrolle verbindet. Sie sind nur gut vor dem Hintergrund von tatsächlicher Schulentwicklung. Neue Strukturen würden in Deutschland verlangen, die international einmalige Schulbürokratie möglichst weitgehend abzubauen und was irreführend "Schulaufsicht" genannt wird, muss mit Schulentwicklung verbunden werden. Aus weisungsgebundenen Verwaltungsbeamten müssen unabhängige Evaluationsteams werden, deren Beurteilungen die Grundlage für die Entwicklung der einzelnen Schule abgeben. Wenn die Bildungspolitik hingegen auf kurzfristige Erfolge setzt, unterschätzt sie die Trägheit des eigenen Systems.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.07.2003

Jürgen Oelkers sei ja bereits kein Unbekannter, lobt Jeanne Rubner, nach Lektüre dieses Buches wünsche man ihm aber, dass seine Stimme auch noch "mehr Gehör bei den Bildungspolitikern finden" möge. Besonders gefallen hat der Rezensentin, dass Oelkers "wichtige Wegweiser" setze für die notwendige Erneuerung der deutschen Schule "in Richtung einer professionelleren Bildungsinstitution". "Historische Bewährung", zitiert sie den Autor zustimmend, sei "in Zeiten des zunehmenden Wettbewerbs keine Beruhigung mehr". Genaueres über Oelkers Vorschläge erfährt man aus ihrer Rezension jedoch leider nicht. In ihrer Doppelbesprechung beschäftigt sich die Rezensentin neben Oelkers auch noch mit Hartmut von Hentig und seinem Buch "Die Schule neu denken". Zusammen bilden diese beiden für Rubner das ideale Tandem: Von Hentig, der "Humanist" und Oelkers, der "Systemanalytiker" und "Pragmatiker", der "konkrete Ratschläge" für eine "gut funktionierende Bildungsanstalt" habe. Welche Lehren aus der Pisa-Studie zu ziehen sind, schreibt Rubner, lasse sich am besten bei diesen beiden nachlesen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.06.2003

Jürgen Kaube lobt, dies sei die "mit Abstand anregungsreichste Publikation im Gefolge des Pisa-Rummels". Zudem besteche des Autors "Bestandsaufnahme der Möglichkeiten, die deutsche Schule zu reformieren", wie Kaube den Inhalt dieses Buches einmal zusammenfasst, "durch Nüchternheit". Wie wir vom Rezensenten erfahren, fragt Oelkers ganz praktisch danach, wie das "Kerngeschäft" der Schule gesichert werden könne: ein "auf Lernerträge hin kontrollierbarer Unterricht". Dazu, so lesen wir, schlägt er so konkrete Dinge vor wie die "Kontrolle der Lehrmittel", die den Unterricht viel stärker steuerten als etwa die Lehrpläne; die "unnachgiebige Förderung von Risikogruppen" und eine moderne "Personalentwicklung" an Schulen. Aufgefordert werde aber auch zum Nachdenken über "ungewohnte Möglichkeiten" wie etwa "altersdurchmischtes Lernen in Grundschulen".
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