Jeremy Rifkin

Das Zeitalter der Resilienz

Leben neu denken auf einer wilden Erde
Cover: Das Zeitalter der Resilienz
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2022
ISBN 9783593506647
Gebunden, 360 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Jürgen Neubauer. Die Geschichte der Menschheit und die Zukunft unserer Spezies auf der Erde - beides zusammen muss ganz neu gedacht werden. Der Ökonom Jeremy Rifkin zeigt, wie die Inbesitznahme der Erde und das industrielle Effizienzdenken alle Lebensbereiche durchdrungen und uns an den Rand des ökologischen Untergangs geführt haben. Nur ein radikaler Wandel unseres Selbstbildes kann uns noch retten. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse stellen dem Homo oeconomicus einen Menschen entgegen, der sich als Ökosystem begreift, sich an seine Umwelt anpasst und widerstandsfähig wird, statt die Natur auszubeuten. Rifkin liefert die übergreifende Erzählung für den politischen, wirtschaftlichen und kulturellen globalen Weg vom Zeitalter des Fortschritts zum Zeitalter der Resilienz.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.12.2022

Rezensent Christian Schwägerl zeigt sich enttäuscht von Jeremy Rifkins Versuch, die Krisen der Zeit auf einen Nenner zu bringen. Mit dem Buch gelingt dem Autor kein neuer großer Entwurf, bedauert Schwägerl. Wenn Rifkin die Selbsterhaltungskräfte der Natur und unseren Mangel daran parallelisiert, hofft Schwägerl noch auf große Erkenntnisse. Doch die bleibt der Autor leider schuldig, weil er bloß alte Inhalte, etwa zum "Green Deal", aufkocht und mit ideengeschichtlichen Referenzen aufhübscht, wie Schwägerl kritisiert. Eine müde Collage gegen die Resilienz-Texte wie "Panarchy" weiterhin bedeutender wirken, findet der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 10.11.2022

Recht zwiespältig, aber doch interessiert bespricht Johannes Kaiser dieses neue Werk des Zukunftsdenkers Rifkin, das auf 360 Seiten nochmal all seine Erkenntnisse bündeln soll - ein "opus magnum", so Kaiser. Statt Effizienz, so liest man bei Kaiser, solle eine moderne Wirtschaft auf "Resilienz" setzen, was ja eigentlich Widerstandsfähigkeit hieße, aber wohl eher auf Kompatibilität von Wirtschaft und Natur zielt. Also soll es weniger Eigentum und mehr Zugang geben, weniger Käufer und mehr Nutzer, und natürlich Kreislaufwirtschaft und Energieffizienz. Das Ganze soll den Leuten schmackhaft gemacht werden, in dem sie auf lokaler Ebene mehr Mitsprachrecht haben. Kaiser entdeckt in Rifkinds Argumentation einige Widersprüche, gähnt angesichts historischer Exkurse, die der "Geschichtsvergessenheit seiner Landsleute" geschuldet seien, aber insgesamt findet er es sehr bedenkenswert und wünscht ihm viele Leser.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.10.2022

Jeremy Rifkin hat schon etliche Zeitenwende prophezeit und dabei mindestens so oft richtig wie daneben gelegen, ruft Rezensent Andrian Kreye in Erinnerung, der dennoch begierig Rifkins neueste Aufforderung zum radikalen Wandel aufnimmt. Denn erstens sei Rifkin nicht einfach ein antikapitalistischer Kauz, der das Klima und die Menschheit gegen die Habgier der Industriekonzerne verteidigt, meint Kreye, sondern ein Ökonom und Regierungsberater und also ernstzunehmen. Zweitens sei Rifkin alles andere als ein Langweiler. Rifkin schreibt dicht und stringent, versichert der Rezensent, der scheint's ohne Mühe, wenn auch mit zunehmender Unruhe den Ausführungen zu kybernetischer Kategorisierung, prädiktiver Analytik und dem zweiten Gesetz der Thermodynamik folgt. Das Übel liegt im Effizienzdenken, lernt Kreye, und in der Unfähigkeit von Ökonomen, die Zukunft zu denken: Für sie setze sich die Gegenwart einfach immer fort.

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