Keine Nation hat eine derart intensive Beziehung zum Wald wie die unsere. Der Wald ist für die Deutschen Inbegriff von Natur und Projektionsfläche für Mythen, Ängste und Sehnsüchte. Der deutsche Wald, von den Alpen bis Rügen, vom Erzgebirge bis zum Pfälzer Wald, hat viele Gesichter, und mit seiner genauen Kenntnis wächst auch die Entdeckerfreude an dieser Vielfalt. Dabei ist der Wald hierzulande kaum unberührte Natur. Schon früh wurde er als Rohstofflieferant genutzt und wurde Teil jener abwechslungsreichen Kulturlandschaft, wie wir sie kennen. Heute ist der Wald ein wichtiger Erholungsort, seine wohltuende Wirkung auf Körper und Geist ist längst erwiesen. Der deutsche Wald ist somit Ökosystem und Wirtschaftsfaktor zugleich. Und spätestens seit der Romantik ist er außerdem ein zentrales Motiv in der Literatur, Musik und bildenden Kunst.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.11.2010
Wieviel Wald steckt wohl in diesem Buch? Auf die Frage nach dem verwendeten Papier geht Christian Schütze jedenfalls nicht ein. Dafür setzt er uns auseinander, wie leidenschaftlich und kenntnisreich Detlev Arens den Wald darstellt, systematisch, literarisch, historisch, kulturgeschichtlich, pflanzensoziologisch. Schütze folgt dem Autor bis in die althochdeutsche Spruchdichtung, zu Nutzarten und in zukünftige Wälder (so es sie noch gibt). Auch der "Seelenwald" kommt vor und ein Reichsforstmeister Göring. Am Ende, wenn es um Nachhaltigkeit und Artenreichtum geht, verspürt der Rezensent Abschiedshauch, wird das Buch ihm auch Erinnerungsbuch. Doch vor allem lehrt es ihn, niemals raunend, wie er versichert, und fein bebildert, die Überraschungen dieses besonderen Biotops.
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