Peter Wohllebens jahrzehntelange Erfahrung als Förster hat ihn gelehrt, dass Wälder am besten ohne menschliche Eingriffe gedeihen. Tatsächlich gibt es jedoch kaum mehr einen Wald, den der Mensch nicht nach seinen Bedürfnissen geformt hat. Die Freizeitindustrie und die Jägerlobby, eine am Profit orientierte Holz- und Forstwirtschaft und die boomende Bioenergiebranche schaden ihm nicht weniger als der saure Regen in den 80ern. Wohlleben zeigt in seinem Buch auch, wie es anders gehen könnte: Er bewirtschaftet in der kleinen Eifel-Gemeinde Hümmel einen ökologischen Vorzeigewald, in dem er konsequent auf heimische Buchen setzt, auf Pflanzenschutzmittel verzichtet und Besucher für die Belange der Bäume sensibilisiert. In "Der Wald - ein Nachruf" vermittelt er alles Wissenswerte und Überraschende über das Leben und Zusammenleben der Bäume.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.01.2014
Jan Grossarth weiß Peter Wohllebens Buch über den deutschen Wald zu schätzen. Der Autor, einst Förster, jetzt Umweltschützer im eigenen ökologischen Musterwald, macht für ihn nicht nur die vielschichtigen Wechselwirkungen des Ökosystems verständlich, sondern erläutert auch die zahlreichen negativen Folgen, die die Verwandlung ehemaliger Laubwaldbiotope in artenarme Nadelwälder nach sich ziehen. Auch wenn Wohlleben den Wald aus dem Blickwinkel des Umweltschützers erklärt - und sich am liebsten viel Urwald und wenig Nutzung wünscht -, verzichtet er zur Freude des Rezensenten auf moralisierende Einrede. Grossarth attestiert ihm in diesem Zusammenhang nicht zuletzt die Größe, "Fragen offenzulassen und Dilemmata zuzugeben".
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