Übersetzung und Nachwort von Marion Luckow. Die Handlung fällt in die Zeit des Aufstandes gegen die deutsche Armee in Paris im August 1944. Auf den Dächern der Stadt erfüllt sich durch Verrat und Tod die Liebe zwischen einem deutschen Panzerschützen und einem kollaborierenden Milizsoldaten. Gleichzeitig wird aus der Fülle der Bilder ein einziger, verzweifelter, schmerzlicher Nachruf auf den erschossenen Freund des Dichters. In dieser Werkausgabe werden erstmals die integralen Textfassungen vorgelegt, die sich an den Erstausgaben aus den 40er Jahren orientieren. Damit werden auch die für die Veröffentlichungen in den 50er Jahren vorgenommenen Streichungen der Texte zugänglich. Die einstigen Striche des Autors sind in den Fassungen dieser neuen Ausgaben diskret markiert. Jedem Band ist eine editorische Notiz von Friedrich Flemming und ein Nachwort zur Editionsgeschichte des jeweiligen Einzelwerkes beigefügt. Die Vorsatzillustrationen entwarf der Hamburger Künstler Martin Bronsema.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.03.2002
Bei der gegenwärtigen Flut von "Skandalliteratur" aus Frankreich heißt es, die Spreu sorgfältig vom Weizen zu trennen, findet der mit "tlx" kürzelnde Rezensent zu Recht. Genets "Totenfest" hat dabei ganz gute Karten: Nach Ansicht des Rezensenten gehört Genets Roman um ein Mitglied der prodeutschen Miliz Darnands und seinen Liebhaber, einem deutschen Soldaten, eindeutig zum Weizen. Der Roman, in dem Hitler als Päderast auftritt und ein Verhältnis mit einem französischen Jungen hat, dokumentiert Genets extremen Abscheu vor den Wertvorstellungen des bürgerlichen Frankreich, erklärt der Rezensent. Insbesondere Genets Courage, "politisch brisante Themen und erotisch-pornographische Phantasien auf einer Ebene zu behandeln", um so zu irritieren und zu provozieren, beeindruckt unseren Rezensenten. Lob gebührt nach seiner Ansicht auch dem erhellenden Nachwort der Übersetzerin Marion Luckow, das verdeutliche, dass Genets Roman die Poesie gleichsam inhärent sei.
Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Szczepan Twardoch: Sehnsucht Aus dem Polnischen von Olaf Kühl. Erwin Piontek, Bergmann im Ruhestand, geht seinen Lebenstraum - eine Weltumseglung - bescheiden an: im Boot auf einem Stausee. Doch während… Christine Wunnicke: Wachs Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…