Aus dem Englischen von Dietmar Zimmer. Auf die französische Kapitulation im Juni 1940 folgt eine beispiellose Aktion der deutschen Besatzer: auf ausdrücklichen Befehl Hitlers werden die wertvollsten Weine, Champagner und andere Spirituosen nach Deutschland transportiert. Das vorliegende Buch erzählt vom Mut und von der Phantasie der Franzosen, ihre wertvollsten Weine zu retten. So ließen Eisenbahner ganze Züge mit Weinlieferungen im Nichts verschwinden. Eine Teppichreinigungsfirma versorgte die Pariser Sommeliers mit Staub, um jungen Wein als uralte Raritäten ausgeben zu können. Obwohl das Luxus-Restaurant "La Tour d Argent" im Mai 1940 rund 20 000 Flaschen einmauerte, wurden immer noch 80 000 Flaschen beschlagnahmt und abtransportiert. Auch die Geschichte des deutschen Offiziers Heinz Stahlschmidt, der nicht den Hafen von Bordeaux, wo Millionen von Weinflaschen lagerten, sondern ein deutsches Sprengstoffdepot in die Luft jagte, gehört zur Geschichte des etwas anderen Widerstandes.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.10.2002
Während der vierjährigen Besatzungszeit versuchten die Deutschen Frankreich zu plündern, wo es nur ging: vorzugsweise die Weinkeller französischer Winzer, die man leer räumte und dabei die edelsten Tropfen in die Gewölbe von Hitlers Bergfestung "Adlerhorst" verbrachte, wo nach dem Krieg über eine halbe Million Flaschen Wein bester Provenienz gefunden wurden. Einige spannende Geschichten berichtet Astrid Marx aus diesem "drole de guerre", Geschichten, die sie dem Band "Wein & Krieg" von Don und Petie Kladstrup entnimmt, die drei Jahre lang noch lebende Zeitzeugen und deren Nachkommen aus den französischen Winzerfamlien interviewt haben und sie von Etikettenschwindel, Beschlagnahmungen, deutschen "Weinführern" und Winzern im Widerstand berichten lassen. Auf diese Weise, behauptet Marx, ist ein Buch entstanden, das dieses Thema erzählerisch spannend präsentiert - auch wenn manche Geschichten ins Anekdotische abzugleiten drohten oder der Beschönigung dienten. Ein Glossar zum Weinbau und viele Abbildungen ergänzen den Interviewteil.
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