Das Rheinland war für Frankreich nach dem Ersten Weltkrieg einerseits eine Garantie für die Sicherheit vor einem erneuten deutschen Angriff, andererseits ein Pfand für die dringend benötigten Reparationen. Sollte das linke Rheinufer aber wirklich annektiert werden, wie Deutschland und auch die Alliierten Frankreich immer vorwarfen? Das Buch zeichnet die innerfranzösische Diskussion über die Rheinlandbesetzung nach und untersucht erstmals die Haltung der Öffentlichkeit. Auf der Grundlage von französischen Archivquellen, Zeitungen und der zeitgenössischen Publizistik legt sie dar, dass das Rheinland in Frankreich auf erstaunlich wenig Interesse stieß und von der Auseinandersetzung mit dem Wiederaufbau der Kriegsregionen verdrängt wurde. Die Besetzung des Ruhrgebiets hingegen beschäftigte die französische Öffentlichkeit lange vor dem Einmarsch im Januar 1923 und wurde jenseits von Poincares oft zitiertem Motiv des Kohlenholens sicherheitspolitisch begründet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2006
Ulrich Lappenküper kann eine gewisse Ratlosigkeit angesichts Anna-Monika Lauters Studie über die Rheinlandfrage in der französischen Öffentlichkeit 1919 bis 1923 nicht verhehlen. Er führt dies vor allem auf Lauters schwankende, ja widersprüchliche Bewertung ihrer Analysen der damaligen Presse und Publizistik sowie des Vorgehens von Interessenverbänden zurück. So hält er der Autorin vor, einerseits eine gestiegene Bedeutung der öffentlichen Meinung in Frankreich zu konstatieren, andererseits bei der Frage nach den Implikationen wiederum auf die Politik auszuweichen. Für Lappenküper geht Lauters Urteil, die Öffentlichkeit sei in die Überlegungen der politischen Entscheidungsträger einbezogen worden, schlicht nicht mit ihrer Feststellung zusammen, die Entscheidung zur Besetzung der Ruhr sei ohne Rücksicht auf die Öffentlichkeit im kleinen Kreis weniger Politiker gefallen.
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