Nathan Devers

Gegen sich selbst denken

Cover: Gegen sich selbst denken
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2026
ISBN 9783103976687
Gebunden, 256 Seiten, 27,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von André Hansen. Nathan war keine zehn Jahre alt, als er sich für das orthodoxe Judentum entschied. Aufgewachsen in einem liberalen Elternhaus in Paris, entdeckte er das Leben in der Synagoge und die Radikalität jüdischen Denkens. Fortan trug er die Kippa, reiste nach Jerusalem und wollte Rabbiner werden. Doch dann kam ihm der Glaube abhanden.In einer tiefen Krise musste Nathan Devers sich neu erfinden. Er fand den Weg zur Philosophie, eine Entwicklung, die der 25-Jährige mit Unerbittlichkeit, Humor und Poesie beschreibt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 11.06.2026

Einen erstklassigen autobiografischen Essay legt Nathan Devers, junger liberaler französischer Medien-Überflieger Rezensent Dirk Fuhrig zufolge vor. Aufgewachsen ist Devers im Pariser 16. Arrondissement, einem Viertel, in dem viele säkulare Juden leben, zu denen auch die Eltern des Autors zählen. In einem Akt des Aufbegehrens gegen sein Elternhaus wendet sich Devers in seiner Teenagerzeit zunächst dem orthodoxen Judentum zu - und schließlich komplett von der Religion ab, nachdem er in einer jüdischen Schule in der Banlieue auf Lehrer trifft, die zum "menschenfeindlich Reaktionären", etwa in Form von Rassismus oder Homophobie neigen. Bald entdeckt er die westliche philosophische Tradition von der griechischen Antike bis Simone de Beauvoir für sich. Das alles ist in einer "Mischung aus Litanei und schweifender Reflexion" hervorragend geschrieben, vielleicht mitunter auch ein wenig eitel, lächelt der Kritiker. Und doch hebt er besonders hervor, das Devers Traditionen nie hochmütig gegenübertritt. Ein von André Hansen ausgezeichnet übersetztes Buch, das brillant Reflexionen über das Denken, die Literatur und anderes verknüpft, schließt er.