J.J. Voskuil

Das Büro

Band 7: Der Tod des Maarten Koning
Cover: Das Büro
Verbrecher Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783957320124
Gebunden, 260 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Gerd Busse. Die Jahre 1987 bis 1989. Maarten Koning ist in Frührente und versucht, seine Tage mit kleinen Arbeiten im Haus, ausgedehnten Spaziergängen mit seiner Frau Nicolien und Fahrradtouren durch die Weiten der niederländischen Landschaft zu füllen. Das Büro lässt ihn trotzdem nicht los: Vor seiner Pensionierung hatte er darum gebeten, noch eine Weile den Schreibtisch im Dachkämmerchen benutzen zu dürfen - um Projekte abzuschließen, wie er den Kollegen erzählt, in Wahrheit jedoch eher, um den Entzug von Wichtelmännchen und Mittwinterhörnern etwas weniger kalt zu halten. Doch die Atmosphäre im Büro hat sich nach dem Weggang Maartens geändert. Unbehagen beschleicht ihn, als er mit ansehen muss, wie ein neuer Abteilungsleiter das zerstört, was er aufgebaut hat. Die meisten seiner ehemaligen Mitarbeiter folgen klaglos, wenn nicht gar begeistert, dem neuen Kurs. Maarten spürt eine zunehmende Feindseligkeit seiner ehemaligen Abteilung ihm gegenüber. Als er eines Morgens erscheint, um sich an seinen Schreibtisch zu setzen, muss er eine erschütternde Entdeckung machen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.10.2017

Der siebte und letzte Band von J. J. Voskuils Romanprojekt über den Amsterdamer Ethnologen Maarten Koning stellt Florian Keisinger vor ein Problem: Was jetzt lesen? Der Abschluss der Lektüre lässt ihn noch einmal rekapitulieren, was so anziehend an der Büro-Reihe ist: das anders als bei Knausgard durch das Zurücktreten des Autors hinter seine Figuren erreichte bitterböse literarische Genrebild, der Gesellschaftsroman hinter der existentiellen Individualgeschichte. Die "grandiose" Übersetzung von Gerd Busse, die die Schlichtheit des Stils transportiert, wie Keisinger erklärt, die Feinsinnigkeit, mit der der Autor den kulturellen und gesellschaftlichen Wandel der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht nur in den Niederlanden festhält, und die vielen hübschen kleinen Neckereien im Büroalltag des Helden nebst persiflierender Darstellung des Kulturforscher-Metiers haben den Rezensenten wiederum begeistert.
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