Arthur van Schendel

Das Fregattschiff Johanna Maria

Roman
Cover: Das Fregattschiff Johanna Maria
Manesse Verlag, Zürich 2007
ISBN 9783717521464
Gebunden, 270 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Gregor Seferens. Eine harte Kindheit und der frühe Tod seiner geliebten Schwester haben aus Jakob Brouwer einen wortkargen Eigenbrötler gemacht. Auf der "Johanna Maria" hat er zwar nur als Segelmacher angeheuert, doch dank seines Einsatzes und intuitiven Wissens um die "Bedürfnisse" des Schiffs wird er rasch zu einer Autorität für die Besatzung - und damit zur Bedrohung für Kapitän Jan Wilkens. Den quält die Sorge um seine Frau und die kranken Kinder. Jeder Auftrag bedeutet einen bitteren Abschied, jede Rückkehr die traurige Gewißheit, daß die Angehörigen auf dem Festland ums Überleben kämpfen müssen. Resigniert gibt Wilkens schließlich auf, und die "Johanna Maria" wird nach einer Havarie ins Ausland verkauft. Brouwer entschließt sich, "seinem" Schiff zu folgen und so lange auf ihm zu arbeiten, bis er genug Geld beisammen hat, um es selbst zu besitzen. Dabei ist ihm jedes Mittel recht und kein Weg zu weit. Brouwers Leben kennt nur noch ein Ziel, und so versäumt der Seemann, besessen von seinem leidenschaftlichen Unternehmen, dessen Preis zu hinterfragen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.2008

Klein aber oho! So beurteilt Heinrich Detering diesen bereits 1930 erstmals erschienenen, zum Klassiker avancierten maritimen Roman von Arthur van Schendel. Die aktuelle, nunmehr dritte Übertragung des Buches erscheint ihm gerechtfertigt ("geschmeidig und leserfreundlich"). Und auch das Nachwort ist dazu angetan, dem Rezensenten ein "Lesevergnügen" zu erschließen. Der dialogarme Text über ein Schiff und seinen Kapitän besticht laut Detering vor allem durch seine Fähigkeit, Atmosphäre und Seelenzustände nüchtern zu transportieren, auf einem Niveau, das für ihn zur Weltklasse rechnet. Darüber hinaus entdeckt Detering in dem kleinen Buch die sehr verhaltene "Andeutung einer Seefahrtsreligion" als Widerpart zur kapitalistischen Moderne. Auf die Figuren überträgt sich dieser Antagonismus laut Detering noch nicht als Psychopathologie. Sie erscheinen ihm als Melvillesche Denkmale, still, aber dämonisch.
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