Über den ersten Frankfurter Auschwitzprozess (1963-1965), der die Deutschen mit der Judenvernichtung konfrontierte und die deutsche Gesellschaft nachhaltig veränderte, berichtete auch die Journalistin Inge Deutschkron. Vielen wurde sie bekannt durch ihre Überlebensgeschichte als verfolgte Jüdin im Berliner Untergrund. Der Band, eine Hommage an Inge Deutschkron, versammelt einen Großteil ihrer täglichen Berichte aus Frankfurt nach Tel Aviv, die sie als Bonner Deutschlandkorrespondentin der israelischen Zeitung Maariv verfasste, sowie einige Reportagen über den Auschwitz-Prozess. Sie stand vor der fast unlösbaren Aufgabe, das Grauen von Auschwitz und die Versuche, diesem Verbrechen mit juristischen Mitteln zu begegnen, ihren israelischen Lesern nahezubringen, unter denen viele Überlebende waren.
Dass keiner, der den Frankfurter Auschwitzprozess verfolgt hat, danach derselbe Mensch gewesen sei, darauf hat die inzwischen 96-jährige Inge Deutschkron früh verwiesen. Und wer ihre jetzt "sorgsam edierten Prozessberichte" von damals liest, wird wieder erschüttert sein, so der Rezensent Wilfried Weinke, trotz des großen zeitlichen Abstandes. Die nach einigen Jahren in England und Israel damals nach Westdeutschland zurückgekehrte Journalistin beschrieb auch das Verhalten der Verteidiger genau und nannte in ihren Berichten für die israelische Zeitung Ma'ariv den Hauptverteidiger der Angeklagten, Hans Laternser, unverhohlen einen "Nazi-Anwalt". Ebenso wie der Berichterstatter des NDR, der junge Axel Eggebrecht, daran erinnert Weinke, war auch sie unzufrieden mit den Gutachten aus dem Institut für Zeitgeschichte in München, weil die Ausbeutung der Häftlinge durch deutsche Unternehmen, besonders der IG-Farben, nicht ausreichend aufgeklärt wurde.
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