Nachwort, kommentiert und herausgegeben von Bruno Pieger. "Da wir uns eigentlich - damals - hätten kennen sollen" - Mit diesem Satz eröffnet Imma von Bodmershof den Briefwechsel mit Martin Heidegger und spielt damit auf ihre Zugehörigkeit zur gleichen Generation an. Zu den besonderen Umständen gehört für beide Briefpartner ihre Vertrautheit mit dem Werk Hölderlins. Imma war mit Norbert von Hellingrath verlobt und nahm regen Anteil an der von ihm betreuten Hölderlin-Ausgabe. Dort wurden erstmals die späten Dichtungen veröffentlicht und als Höhepunkt dieses Werkes herausgestellt. Martin Heidegger verdeutlicht seinerseits, daß er sich bereits von 1909 bis 1913 mit der Dichtung Hölderlins auseinandersetzte und wieviel er diesem Ereignis verdankte. Der Briefwechsel ist ein durchgehendes Gespräch über die Möglichkeiten von Dichten und Denken in einer Zeit, die aufgrund ihrer technisch-kybernetischen Ausrichtung vom Verlust der Sprache bedroht ist. Imma von Bodmershof tritt als eigenständige Schriftstellerin und Dichterin in Erscheinung und findet in Martin Heidegger einen aufmerksamen Zuhörer und Leser ihres Sizilien-Romans und ihrer Haiku-Dichtung. Die Briefedition wird durch wichtige Anmerkungen ergänzt. Das Nachwort hebt die Bedeutung Norbert von Hellingraths für den vorliegenden Briefwechsel und die Hölderlin-Forschung hervor.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.10.2000
Privates über Heidegger bietet dieser Briefwechsel kaum, betont Rezensent Fritz Göttler. Er findet ihn "kurios", sogar "ein wenig monoton", würdigt aber den Versuch Heideggers, beharrlich an dem Lebensgefühl einer vergangenen Zeit festzuhalten. Ausführlich wird eine - eher resigniert als heftig ablehnende - Äußerung Heideggers gegen die "Biophysik" zitiert, auch Hölderlin spielt eine nicht näher erläuterte Rolle.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.10.2000
Der “sorgfältig edierte und kommentierte” Briefwechsel betrifft im wesentlichen vier Personen, legt Günter Figal nahe: Neben den beiden Schreibenden ist das Norbert von Hellingrath, der 1916 gefallene erste Verlobte der Imma von Bodmershof, Herausgeber der ersten kritischen Hölderlin-Ausgabe und Entdecker der späten Hölderlin-Hymnen und - viertens - ebendieser Dichter, den die andern drei lieben. Kein schlechtes Setting für einen anregenden Austausch, in dem die “gescheite, durchaus couragierte und warmherzige” Aristokratin den prätentiösen Philosophen zur “Offenheit ansteckt”. Gemeinsam beschwören sie die Macht und den Reichtum der Sprache. “Pathos” statt “Ironie”, durchaus auch befremdlich, findet Figal, aber dann auch schön.
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