Klappentext

Mit ihren Romanen ist Herta Müller berühmt geworden - in ihren Essays gibt sie Auskunft über sich und ihre Zeit. Wohl nirgends ist ihr bizarrer Weg aus einem Dorf in Rumänien in die Welt der Literatur so gut nachvollziehbar. Sie erzählt von Kindheit und Jugend, berichtet von den Verfolgungen durch die Geheimpolizei, aber sie widmet sich auch Fragen ihres eigenen Schreibens, seinen literarischen und politischen Seiten. Porträts von Freunden und Zeitgenossen geben diesem Band seinen besonderen persönlichen Ton.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.03.2011

Für Jürgen Verdofsky lässt sich anhand von Herta Müllers Schriften und Reden zur Literatur, die sie zu unterschiedlichen Anlässen verfasst hat, aufs Eindrucksvollste ihre Poetologie ablesen. Insbesondere ihr poetisches Verfahren, aus Andeutungen und intensiven Wortbildern wie "Schneeverrat" oder "Worthoheit" über die Schrecken und das "Unbeherrschbare" zu erlangen, beeindruckt den Rezensenten sehr. Dieser Band erlaubt einen bislang unerreichten "direkten" Blick in die Schreibwerkstatt der Nobelpreisträgerin und schafft damit Zugang zu ihrer Kunst, lobt Verdofsky. Beeindruckt haben ihn die Texte, die sich mit Oskar Pastior und der gemeinsamen Arbeit befassen, und berührt zeigt sich der Rezensent von der Verzeihensgeste, mit der Müller auf die erzwungene Arbeit des Freundes für den rumänischen Geheimdienst Securitate reagiert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.03.2011

Für den Rezensenten Gustav Seibt sind die gesammelten Reden und Schriften zur Literatur ein Türöffner für Herta Müllers Werk und am liebsten würde er sie zu Lesebuchtexten machen. Dabei wird einmal mehr deutlich, wie bestimmend die "Traumata" der rumänischen Geschichte des 20. Jahrhunderts für Müller sind, so der Rezensent. Mit den Reden und Schriften wird nicht nur ein kommentierendes und erklärendes Licht auf Müllers eigenes Werk, sondern auch auf die Gedichte Oskar Pastiors, Hoffmanns von Fallersleben, Heines "Loreley" oder - dies eine Neuentdeckung für den Rezensenten - Theodor Kramers geworfen. Und allen die sich nicht mit den Stasi-Gesetzen in Deutschland anfreunden konnten, empfiehlt Seibt die Lektüre von Müllers Text "Christina und ihre Attrape": Die rückhaltlose Aufklärung über den Geheimdienst war - nicht nur, aber besonders für die Opfer - alternativlos, lernt man hier.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2011

Wie sich Wahrheit in der Sprache entdecken lässt ,im Schreiben und im Lesen, konnte Friedmar Apel beim Lesen der Essays der Nobelpreisträgerin Herta Müller in Erfahrung bringen. Für Müller immer auch Selbstbehauptung und Halt angesichts von Unterdrückung und Feigheit, lädt die Autorin den Rezensenten ein zur erhellenden Lektüre von Canettis "Masse und Macht" und zur die Charakteristik des Erlebens eröffnenden Betrachtung von Schriftstellerkollegen. Auch in der Lektüre von surrealistischen Texten kann sich Apel hier schulen. Müllers Lektüre der eigenen Securitate-Akte und die unrühmliche Geschichte der Aufarbeitung in Rumänien lässt ihn dankbar an die Arbeit der Gauck-Behörde denken.
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