Klappentext

Bukarest 1980: Der Journalist Stefan Irimescu wird verhaftet, weil er kritische Leserbriefe nicht weiterleitete, um deren Verfasser zu schützen. Er landet im Gefängnis und wird im Namen des Kommunismus gefoltert und eingeschüchtert. Als er freikommt, trifft er Raluca - Ehefrau von Ilie Stancu, einem vielversprechenden Parteisekretär des Bezirks. Sobald die Affäre Stancu zu Ohren kommt, lässt er sich scheiden und nimmt das Angebot seines Freundes von der Securitate an, sich an Stefan zu rächen. Andrei Mihailescu, der zu Beginn der 80er selbst mit seiner Familie aus Rumänien in die Schweiz floh, hat eine Roman geschrieben über das Leben, die Liebe und die kleinen Fluchten in einer gnadenlosen Diktatur.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.2016

Rezensent Friedmar Apel kann das Spannende und Unterhaltsame an Andrei Mihailescu Debütroman nicht wirklich würdigen. Allzu bitter stößt ihm die Tatsache auf, dass der Autor hier die grausamen Auswirkungen der rumänischen Diktatur behandelt. Derartiges aber eignet sich laut Rezensent nicht als Thema eines U-Romans. Die gelungene Recherchearbeit und Komposition des Textes über einen Journalisten in den Fängen des Geheimdienstes verdeckt für Apel nicht die Problematik, die sich daraus ergibt, dass Kitsch und allzumenschliche Banalitäten auf ein sehr ernstes Thema treffen. Seiner von Apel erkannten aufklärerischen Absicht wird der Autor jedoch nicht gerecht. Es mangelt dem Text leider an Irritation, findet der Rezensent.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.11.2015

Rezensent Christoph Schröder verzeiht dem Debütroman des aus Bukarest stammenden Andrei Mihailescu den Hang zum sprachlich Trivialen. Zu spannend und erhellend scheint ihm das Buch in Bezug auf Willkür und Gewalt in einem diktatorischen System, hier demjenigen des Ceausescu-Regimes. Prägnant führt ihm der Autor vor, wie das Private und das Politische im Leben eines harmlosen Schriftstellers miteinander verschmelzen und er in die Repressionsmechanismen eines paranoiden Systems gerät.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.09.2015

Mit Andrei Mihailescus Buch "Guter Mann im Mittelfeld" hat Rezensent Roman Bucheli einen faszinierenden Debütroman gelesen, der ihm abwechselnd als politischer Thriller und mitreißender Liebesroman erscheint. Der Kritiker begleitet hier den inhaftierten und gefolterten Journalisten Stefan Irimescu, der nach seiner Freilassung in Begleitung der Architektin Raluca beginnt, Fragen im finsteren Rumänien der achtziger Jahre unter Ceausescu zu stellen. Bewundernd notiert Bucheli, wie der im Schweizer Exil lebende Autor mit psychologischem Gespür und atmosphärischer Dichte von der Suche nach Spuren der Wahrheit unter der von Schein und Niedertracht geprägten Gewaltherrschaft erzählt. Über einige noch ungeschliffene Metaphern schaut der Rezensent dabei gern hinweg, vielmehr empfiehlt er Mihailescus "Anatomie des Terrors" gemeinsam mit Dana Grigorceas ebenfalls gerade auf Deutsch erschienenem Bukarest-Roman zu lesen.