Klappentext

Aus dem Rumänischen von Eva Ruth Wemme, Georg Ascht, Paul Schuster, Roland Erb und Ernest Wichner. Seit dreißig Jahren lebt Norman Manea im Exil. Der Autor aus Rumänien ist ein großer Zeitzeuge von faschistischer und kommunistischer Diktatur. "Die Sprache ist die Plazenta des Schriftstellers, dieses Exilanten par excellence", sagt Manea. Die Widersprüche eines Lebens zwischen Ost und West und die Frage nach der jüdischen Identität hat er nicht nur in seinem literarischen Werk behandelt, er hat sie auch fortlaufend essayistisch kommentiert. Am Beispiel seiner eigenen Erfahrungen und der Auseinandersetzung mit Werken anderer Autoren beschreibt er den Zusammenhang von Exil, Sprache und Schreiben.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 14.11.2015

Was es bedeutet, fremd zu sein, eine für Mara Delius aktuelle Frage, lässt sich laut Rezensentin gut in Norman Maneas Essays nachlesen. In der Tradition von Kafka und Camus, erklärt sie, geht der 1941 aus der Ukraine deportierte und 1986 aus Rumänien nach Deutschland, Frankreich und in die USA exilierte Autor den ästhetischen Weg zu einer Beantwortung der Frage und eröffnet der Leserin das Begriffsfeld "Exil" anhand von Texten über Begegnungen (mit dem Briefträger, mit Schriftstellerkollegen) und über die Frage der Identität. Die dezente Eleganz und die Genauigkeit der Texte aus 25 Jahren versetzt Delius in Begeisterung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.11.2015

Über Möglichkeit und Unmöglichkeit des Lebens und Schreibens im Exil erfährt Rezensent Stefan Brändle in der neuen Essaysammlung von Norman Manea viel. Wenn der rumänischstämmige Autor über das Fremdsein in der Sprache nachdenkt, über den Kommunismus, den Totalitarismus, den Antisemitismus, die Shoa, über Cioran, Celan und Kafka, ist Brändle beeindruckt von den kraftvollen Analysen des 79-Jährigen, die Widersprüche und dunkle Erkenntnisse nicht scheuen, wie er wissen lässt. Dass Exil und Entfremdung und der Verlust von Erinnerung und Hoffnung zunehmen, ist so eine Erkenntnis. Dass Exil starke Texte wie diese möglich macht, meint Brändle, ist eine andere.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.10.2015

Ina Hartwig hat sich auf intelligente Art bestens unterhalten mit den Essays des rumänischen Schriftstellers Norman Manea. Zum einen haben Maneas zwischen Empathie und Sarkasmus changierende Aufsätze der Rezensentin die Härten des Exils vor Augen geführt, wie sie der Autor in den USA erfahren musste, und bei ihr Überlegungen zur aktuellen Flüchtlingsproblematik angestoßen. Zum anderen haben sie die Texte in ihrer Kombination aus Porträt und Reflexion mitgerissen. Cioran, Celan, Ionescu, Paul Steinberg u. a. treten auf und miteinander ins Gespräch, erklärt Hartwig.
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