Herbert Schnädelbach

Was Philosophen wissen

Und was man von ihnen lernen kann
Cover: Was Philosophen wissen
C. H. Beck Verlag, München 2012
ISBN 9783406633607
Gebunden, 237 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Herbert Schnädelbach demonstriert in vierzehn Kapiteln exemplarisch, was in der gegenwärtigen Philosophie verbindlich gelehrt und gelernt werden kann. Zusammengenommen sind seine Ausführungen ein brillanter Grundkurs in Philosophie. Das Buch zeigt anhand ausgewählter Themen, dass der Ausdruck "philosophisches Wissen" kein leeres Wort ist. Ungeachtet mancher Zweifel wissen Philosophen wirklich etwas; sie verfügen über einen Kernbestand wissenschaftlichen Wissens, der wenig umstritten ist und hinter dessen Einsichten nicht zurückfallen darf, wer heute nach den Regeln des Fachs philosophiert. Dieses Wissen hat sich in der neueren Philosophiegeschichte im ständigen kritischen Dialog mit dem Tradierten herausgebildet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.12.2012

Philosophisches Wissen und philosophische Kontroversen findet Hans Bernhard Schmid in diesem Band des emeritierten Philosophieprofessors Herbert Schnädelbach hinreichend dokumentiert. Für anspruchsvolle Anfänger eignet sich der Band laut Rezensent recht gut. Wortklauberisch im besten Sinn geht's um den Wahrheitsbegriff und andere Begriffe, lehrreich und geschickt vom Autor dirigiert, wie Schmid erklärt. Wann immer der Autor allerdings selbst Position bezieht, hört Schmid den Sound der siebziger und achtziger Jahre, als hätte der zweite "linguistic turn" noch nicht stattgefunden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.10.2012

"Die Größe dieses Buches begreift man am besten durch den Vergleich", stellt Dirk Pilz fest und widmet fast die Hälfte seiner Besprechung von Herbert Schnädelbachs "Was Philosophen wissen und was man von ihnen lernen kann" dem Verriss zweier ähnlich gelagerter Bücher, Hans-Martin Schönherr-Manns "Vom Nutzen der Philosophie" und Norbert Bolz' "Wer hat Angst vor der Philosophie?". Und Schnädelbach? Auch ihm gehe es darum, den Gebrauchswert der Philosophie herauszuarbeiten, doch im Gegensatz zu Schönherr-Mann und Bolz neige er nicht zu "Meinungschauvinismus" respektive "stammtischhafter Pauschalpöbelei", sondern lege Wert darauf, dass es auch in der Philosophie um Wissen gehe, wenn auch um ein anderes als das naturwissenschaftlich beweisbare. Die Lektüre verlange zwar einiges an Konzentration, verschaffe dann aber tatsächlich einiges von praktischem Nutzen. Etwa die Einsicht: "Alles Wissen ist fehlbar."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.04.2012

Exzellent und und ihrer Systematik überzeugend an diesem Buch von Herbert Schnädelbach findet Michael Adrian die Darstellung von Denkwegen der theoretischen Philosophie, Grundbegriffen und Themenfeldern, deren historischer Entwicklung bis zum heutigen Wissensstand sich der Autor in 14 Kapiteln annimmt. Als besonders interessant und lehrreich empfindet der Rezensent allerdings gerade die aufgezeigten Irrwege und Sackgassen, weniger den so schließlich erreichten "gültigen" Überblick über die theoretische Philosophie. Dies, so vermutet er, ist das, was zu lernen wäre, der Rest ist eben das Wissen der Philosophen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.04.2012

Wichtige Fragen geht der Autor laut Dirk Lüddecke an. Und dass es sich dabei um einen der erfahrensten Philosophen im Land handelt, kann gar nicht schaden. Lüddecke stößt denn auch wirklich auf Antworten. Etwa wenn Herbert Schnädelbach zwecks Bestimmung dessen, worauf es in der Philosophie ankommt, Descartes Wissensbegriff auseinandernimmt. Oder wenn der Autor argumentativ klar und verträglich gelehrsam Grundprobleme der Erkenntnis, der Sprache und des Handels erläutert und dem Fallibilismus frönt, indem er, mitunter etwas besserwisserisch, wie Lüddecke einräumt, vergangene Irrwege markiert. Lüddecke merkt rasch: Mit Populärphilosophie vom Bestsellertisch hat das nichts zu tun. Dafür ahnt der Rezensent eine mögliche Bestimmung des Bandes: als Kanon für zu reformierende Bachelor-Studiengänge oder allemal als Anstoß der Debatte.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.03.2012

Alexander Cammann lernt gern von Herbert Schnädelbach "Was Philosophen wissen". In vierzehn Kapiteln durchschreite Schnädelbach dabei Themenfelder von Subjekt-Objekt-Spaltung bis zum Zusammenhang von Rationalität und Emotionalität. Der Rezensent räumt zwar ein, dass er nicht jedem Gedankengang sofort immer gleich gut folgen konnte, aber er hat gerne hin und wieder ein paar Seiten zurückgeblättert, um sich von Schnädelbach belehren zu lassen. Am Ende verstehe man ihn dann meistens doch - Unerfahreneren rät Cammann allerdings von dem Buch ab. Nach der Lektüre sieht sich der Rezensent darin bekräftigt, dass die Philosophie gar nicht in der Krise stecke, in der sie viele heutzutage vermuten. Stattdessen teile sie mit den anderen Wissenschaften die Probleme einer immer größeren Spezialisierung und Komplexität. Menschen, die sich für das Nachdenken begeistern können, legt Alexander Cammann die Auseinandersetzung Schnädelbachs mit den großen Denkern und Ideen auf jeden Fall ans Herz.