Helwig Schmidt-Glintzer

Mao Zedong. 'Es wird Kampf geben'

Eine Biografie
Cover: Mao Zedong. 'Es wird Kampf geben'
Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2017
ISBN 9783957573650
Gebunden, 465 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Mit 23 Abbildungen. An dem 'großen Steuermann' Mao Zedong scheiden sich bis heute die Geister: Steht er als Diktator in einer Reihe mit Hitler und Stalin oder muss er als Visionär gesehen werden, der China als die kommende Weltmacht auf den Weg brachte? Bislang erschöpfen sich die Betrachtungen seines Lebenswegs in skandalfreudigen Dämonisierungen seiner Persönlichkeit. Helwig Schmidt-Glintzer nimmt in dieser richtungsweisenden Biografie Mao auf der Grundlage neuer Quellen und Forschungen nun endlich als Person in der Geschichte ernst: Er schildert, vor welchem historischen Hintergrundszenario Mao antrat, um nach dem Zusammenbruch des Kaiserreiches die Demütigung durch die Kolonialmächte abzuschütteln und China zu erneuern. Und er zeigt, dass sich Mao zur Durchsetzung dieser gewaltigen Aufgabe pragmatisch den wechselnden außen- und innenpolitischen Herausforderungen anpasste und entgegen dem, was später als Maoismus galt, durchaus undogmatisch agierte. Neben der Neubewertung des Modernisierungsprozesses gelingt Schmidt-Glintzer auf diese Weise ein Panorama der Geschichte des chinesischen Riesenreiches im 20. Jahrhundert - die heute umso wichtiger ist, da die Welt des 21. Jahrhunderts vor der Herausforderung steht, China neu zu begreifen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.08.2017

Daniel Leese wird nicht glücklich mit Helwig Schmidt-Glintzers Mao-Biografie. Gründe für den Rezensenten: Der Autor zitiert vor allem aus westlichen, veralteten, wenig verlässlichen Quellen und Übersetzungen der Schriften Maos. Vor allem aber versäumt er es, seine ideengeschichtliche Annäherung an den Diktator und den Versuch, Mao von persönlicher Verantwortung für Millionen Tote freizusprechen, mit kritischen und forschungsaktuellen Analysen zu den Kerninhalten von Maos Politik zu unterfüttern. Auch wenn der Autor kein Fan maoistischer Politik sein mag, seine Erzählung überzeugt Leese nicht.