Am 23. November 2018 hielt Heinrich Detering eine aufsehenerregende Rede über die Rhetorik der parlamentarischen Rechten, deren erweiterte Fassung hier vorliegt. Mit literaturwissenschaftlicher Präzision zeigt Detering, wie der Anspruch, im Namen "des Volkes" zu sprechen, in totalitäre Ermächtigungsvorstellungen führt.
"Auf meine Rede habe ich Antworten erhalten, die in einer bizarren Weise bestätigen, was ich kritisiert habe. Auf den Vorwurf, sich der Sprache von Gangstern zu bedienen, antworten mir diejenigen, die sich angegriffen fühlen, mit der Androhung von Gewalt; auf den Vorwurf der Vulgarisierung und Verrohung antworten sie roh und vulgär; auf den Vorwurf eines Missbrauchs der deutschen Sprache antworten sie in einem Deutsch, das vom Gebrauch dieser Sprache nichts weiß."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.06.2019
Rezensent Jens Bisky ist froh über die vernünftigen Worte des Literaturwissenschaftlers Heinrich Detering. Wenn Detering das provokante Gerede von AfDlern wie Gauland, Höcke und von Storch genüsslich mit literaturwissenschaftlichen Mitteln aufspießt, dreht und wendet, bis der ganze anmaßende Unsinn ihrer Selbstermächtigungsversuche deutlich wird, kann Bisky nur heftig nicken. Sprachkritik at its best und eine Anleitung zum Reden mit Rechten, findet er.
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