Bijan Moini

2033

Roman
Cover: 2033
Atrium Verlag, Zürich 2025
ISBN 9783855352173
Gebunden, 336 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Deutschland, 2033. Die rechtsextreme Partei AUFSTAND stellt die Bundeskanzlerin. Als die junge Anwältin Marie Wigand ihrer Chefin bei einem neuen Strafprozess assistieren soll, ahnt sie noch nichts von seinem historischen Ausmaß. Die Generalsekretärin der einzigen Oppositionspartei REFORM wird angeklagt, hinter einem Bombenanschlag auf die Parteizentrale des AUFSTANDs zu stecken. Doch schnell stellt sich heraus, dass es nicht allein um Schuld oder Unschuld geht: Sollte die Politikerin verurteilt werden, droht ein Verbot ihrer Partei - und der Weg für den AUFSTAND wäre frei, das Grundgesetz abzuschaffen. Ein Rennen gegen die Zeit beginnt, und Marie findet sich in einem Kampf zwischen David und Goliath wieder, in dem es auch für sie selbst immer gefährlicher wird ...Ein beklemmendes Gedankenexperiment: Wie wehrhaft ist unsere Demokratie?

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.11.2025

Auch Bijan Moinis zweiter Roman ist ganz klar ein juristisch motivierter, meint Rezensentin Katharina Granzin, diesmal in dramatischer Thriller-Form: es geht im Jahre 2033, in dem die rechtsradikale Partei "Aufstand" die Bundeskanzlerin stellt, um eine junge Anwältin, die ihrer Chefin bei der Verteidigung einer Angeklagten der Oppositionspartei helfen soll. Inszeniert sei das ganze als actiongeladenes juristisches "Wettrennen" zwischen den Verteidigerinnen und den Feinden der Demokratie, es geht um "nichts Geringeres als die Macht des Rechtstaats", was Granzin dramaturgisch darin gut umgesetzt sieht, dass sich der wesentliche Showdown nicht in Berlin, sondern in Karlsruhe abspielt, wo das Bundesverfassungsgericht sitzt. Auch an anderen dramatischen Effekten mangele es bei Weitem nicht; ein bisschen übers Ziel hinaus schießt Moini für Granzin, wenn er auch noch ein spektakuläres Extremwetterereignis als Verstärker einzieht. Hollywoodreif sei das allemal, die Serienverfilmung dieses "solide geradeausgeschriebenen" Thrillers sieht die Kritikerin schon vor sich.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 11.10.2025

Ein bisschen zu simpel malt sich Bijan Moini in "2033" einen modernen Totalitarismus in Deutschland aus, findet Rezensent Jens Ulrich Eckhard. Moinis dystopischer Roman will Polit- und Justiz-Thriller in einem sein und so die "Gefahren für die Demokratie" in einer gespaltenen Gesellschaft aufzeigen. Das Szenario, das er entwirft, mag in sich logisch sein und konsequent, auch entwickelt dieser Roman eine beeindruckende Anschaulichkeit und Authentizität, solang es um die Gerichtsprozesse gegen eine Politikerin geht, die verdächtigt wird, einen Anschlag auf die Zentrale der gegnerischen Partei verübt zu haben. Der Rest des Romans jedoch lässt gerade diese Plastizität vermissen, stellt Eckhard fest: Sowohl Moinis Figuren, die die meiste Zeit nur als Vertreterinnen politischer Lager fungieren, als auch dem gesamten politischen und gesellschaftlichen System, das hier skizziert wird, mangelt es vor allem an einem: Ambivalenzen, so die Diagnose des Rezensenten.