Hans Stilett

Von der Lust, auf dieser Erde zu leben

Wanderungen durch Montaignes Welten. Ein Kommentarband anderer Art
Cover: Von der Lust, auf dieser Erde zu leben
Eichborn Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783821858425
Gebunden, 272 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Mit 19 Abbildungen. "Er hat die menschliche Natur schlechthin geschildert", sagte einst Voltaire über Montaigne, und: "Er ist ein Mensch, der immer geliebt werden wird". Kaum jemand weiß besser, warum das so ist, als Hans Stilett: 1998 schenkte er uns die erste moderne Gesamtübersetzung der Essais, ein Buch, an dem er vorher schon nahezu 15 Jahre gearbeitet hatte. In diesem Buch erzählt er uns vom Leben, Denken und Schreiben Montaignes - von seiner Vielgestalt als Literat, Politiker und Philosoph, als Lebenskünstler, Skeptiker und Stoiker, als Pionier der Pädagogik, Leser und Schalk, als Humanist und christlicher Heide. Er ergründet sein Wesen und legt uns sein Denken in aller Widersprüchlichkeit dar - einer oft tiefernsten, oft spielerisch-heiteren Widersprüchlichkeit, die Montaigne gerade so sympathisch, menschlich und faszinierend macht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.10.2008

Für Gustav Seibt ist die Sache klar: Das Buch für die Insel, das sind Montaignes "Essais". Kein weiserer Autor als Montaigne mit seiner "idealen Balance von Geist und Leib". Wenn Seibt aus der Vielzahl von Übersetzungen zu wählen hätte, müsste er ebenfalls nicht lange überlegen und würde zu Hans Stiletts vor zehn Jahren erschienenem "Buchsolitär" greifen. Genauer, liebevoller ist ihm Montaigne auf Deutsch noch nicht begegnet. Wenn Stilett nun ein "halb systematisches, halb faktisch informierendes" Handbuch herausbringt, ist Seibt natürlich zur Stelle. Und staunt: Das Buch kann man lesen, ohne die "Essais" zu kennen! Seibt zum Beispiel genießt einfach die in dem Band gewährten Einblicke in die Übersetzungsarbeit, indem er Stiletts detaillierten Vergleichen folgt und eigene Vorschläge auf ihre Tragfähigkeit prüft. Dass jemand nach dieser Lektüre keine Lust verspüren könnte, den Montaigne nachzuholen, kann sich der Rezensent kaum vorstellen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2008

Nein, "Essais" sind das ausdrücklich nicht, was Hans Stilett - das Pseudonym von Hans Adolf Stiehl - hier vorlegt. Mit dem von ihm übersetzten Meister Montaigne will sich der Autor in diesen "Wanderungen" durch dessen Werk schlicht und einfach nicht messen. Der Rezensent Andreas Platthaus sieht sich durch diese Vorsicht freilich nicht gehindert, die vorliegenden Annäherungen an Montaignes Werk halb biografisch und halb eben doch essayistisch zu finden. Und, wenn auch nicht ganz und gar, gelungen. Mindestens voller "kleiner Preziosen", wenngleich von Dopplungen nicht frei. Das aber ist, so Platthaus, schlimmstenfalls halb so schlimm, wenn einer so belesen und klug und mitreißend schreibt, wie Hans Stilett es in diesem Band neunzehnmal tut.
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