György Konrad

Europa und die Nationalstaaten

Essay
Cover: Europa und die Nationalstaaten
Suhrkamp Verlag, Berlin 2013
ISBN 9783518423714
Gebunden, 183 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Aus dem Ungarischen von Hans-Henning Paetzke. Die europäische Integration ist das Thema der Stunde. Im Schatten der Integrations- und Finanzkrise aber gehen nicht nur osteuropäische Staaten wie Russland, Weißrussland und die Ukraine, sondern auch EU-Länder wie Ungarn und Rumänien den gefährlichen Weg der Autokratie. Seit der Befreiung von sowjetischer Zwangsintegration bitten die nationalen Politiker Osteuropas um Subventionen. Sobald sie aber mit den Regeln der Union konfrontiert werden, klagen sie über Verletzungen ihrer Souveränität. Ist die absolute Mehrheit in ihren Ländern erst einmal errungen, vollziehen sich, einhergehend mit anti- oder scheindemokratischem Nationalismus, Führerkult und Günstlingsbourgeoisie, ein Systemwechsel und der Ausbau des zentralistischen Parteistaates.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.06.2013

Ein bisschen zu unterkomplex erscheinen Jan-Werner Müller György Konráds Reflexionen in diesem Essayband zuweilen. Der scharfe Blick wie auch die Wünsche des antipolitischen Schriftstellers Konrád sieht er in den Texten zwar hier und da aufblitzen. Konráds Gedanken sind ihm dann aber doch zu apodiktisch und unausgeführt, so zur Identität Europas oder zum NATO-Einsatz im Kosovo. Groß dann wieder laut Müller Konráds Analyse zur politischen Entwicklung in Ungarn. Festlegen, so der Rezensent, will sich der Autor allerdings auch hier nicht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2013

Christian Hillgruber kennt die Biografie des Autors gut und kann dessen Sorge um Ungarn gut verstehen, und um Ungarn geht es in diesem Buch vor allem, wie Hillgruber erklärt. Die von György Konrad geschilderten politischen Veränderungen in seiner Heimat scheinen dem Rezensenten auch düster genug. Den Ruf des Autors nach Demokratie rechtfertigen sie laut Hillgruber allemal. Nur: Kann, soll Europa eingreifen? Diese Frage scheint dem Rezensenten zweifelhafter, als dem Autor, der die Causa EU vs. Haider etwa gar nicht erwähnt, wie Hillgruber überrascht feststellt. Konrads Blick auf die EU scheint ihm dann doch allzu idealistisch.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.04.2013

Micha Brumlik hat György Konráds Essay über Europa und die aktuellen Entwicklungen in Ungarn wohlwollend aufgenommen. Dabei mutet ihn das Werk mitunter durchwachsen an. Das Plädoyer des Romanciers, Essayisten und Großdissidenten für eine liberale Demokratie und eine liberale politische Kultur etwa scheint Brumlik nicht so spannend. Interessanter findet er die Warnungen des Autors vor den autokratischen Entwicklungen in Ungarn mit seinem Wiedererstarken von nationalistischen, faschistischen und antisemitischen Denkweisen. Die teils beißende Kritik an  dieser Entwicklung heißt Brumlik gut, auch wenn er mit den politischen Analysen des Autors nicht immer einverstanden ist. Lobend äußert er sich über die kraftvollen, autobiografischen Passagen des Buchs, die ihn über manche Schwäche des Werks hinwegtrösten.
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