Paul Lendvai analysiert die Entwicklungen in Europa vor dem Hintergrund der Öffnung des Ostens und der Ereignisse seit dem 11. September 2001. Die Themen reichen von den turbulenten Entwicklungen am Balkan und in Russland bis zum neuen und alten Antisemitismus und den vielfältigen Formen des Nationalismus, von der europäischen Integration bis zur Rolle, die große Persönlichkeiten in der Politik spielen. Grundlage des Buches sind seine Kolumnen, Artikel und Essays, die u.a. in Der Standard, Neue Zürcher Zeitung, Frankfurter Allgemeine, Welt und Europäische Rundschau erschienen sind.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.12.2005
Zufrieden zeigt sich der Kst. zeichnende Rezensent mit diesem Band, der Kolumnen, Essays und Artikeln des österreichischen Journalisten Paul Lendvai aus den Jahren 2002 bis 2005 versammelt. Die Beiträge umfassen Themen wie Macht, Medien, Antisemitismus, Israel, Judentum, die EU, Osteuropa, Balkan und Russland. Der Rezensent würdigt die Beiträge als "klug durchdachte Kommentare" zu den Ereignissen und den politischen Entwicklungen in einzelnen Ländern. In der Zusammenstellung der Artikel sieht er die Stärke und zugleich die Schwäche des Bandes: Stellten diese einerseits "interessante zeithistorische Dokumente" dar, weckten sie andererseits beim Leser zuweilen wegen ihrer Zeitbezogenheit den Eindruck einer Zeitung von gestern. Nichtsdestoweniger lobt er den Autor als einen "aufmerksam beobachtenden, scharfsinnig analysierenden, aus fundiertem Wissen schöpfenden und gewandt formulierenden Interpreten des Geschehens auf der europäischen Bühne".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.12.2005
Günther Nonnenmacher erkennt in seiner kurzen Kritik das "Wagnis" an, das der politische Journalist Paul Lendvai eingegangen ist, indem er für Zeitungen und Zeitschriften verfasste, der Tagesaktualität verpflichtete Texte nun in einem Buch publiziert und er findet, dass es eine "lohnenswerte Lektüre" darstellt. Der Rezensent schätzt Lendvai ohnehin als "veritablen Chronisten und Zeithistoriker" vor allem von politischen Entwicklungen in Osteuropa und auch der vorliegende Sammelband enttäuscht ihn in dieser Hinsicht nicht. Besonders das "Talent" des Autors, das "Wesentliche" eines Sachverhalts oder einer Person zu erkennen, lobt Nonnenmacher nachdrücklich, die Sachkenntnis und die "analytischen Gaben" Lendvais setzt er gar so selbstverständlich voraus, dass er "kein Wort" darüber verlieren möchte. Nicht zuletzt, weil der Band auch einige wirkliche Funde wie ein Zitat Heimito von Doderers zum österreichischen "Nationalbewusstsein" enthält, lobt der Rezensent ihn ohne jede Einschränkung.
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