Julian Nida-Rümelin (Hg.), Werner Weidenfeld (Hg.)

Europäische Identität

Voraussetzungen und Strategien
Cover: Europäische Identität
Nomos Verlag, Baden-Baden 2007
ISBN 9783832927271
Kartoniert, 255 Seiten, 29,00 EUR

Klappentext

Die gegenwärtige Orientierungskrise der Europäischen Union hat auch mit einer nur diffus ausgebildeten europäischen Identität zu tun. Eine europäische Identität ist aber grundlegend, damit die Europäische Union die notwendige Akzeptanz und Legitimation der Bürger gewinnen kann. Wie können konkrete Strategien einer europäischen Identitätspolitik aussehen? Welche Maßnahmen erscheinen erfolgversprechend und mit welchen Hindernissen ist zu rechnen? In diesem Zusammenhang spielen historische und kulturelle Anknüpfungspunkte für eine europäische Identität eine entscheidende Rolle. Was aber ist das spezifisch Europäische? Das christliche Abendland oder die Aufklärung? Und welchen Herausforderungen sehen sich die europäischen Akteure bei der Stärkung einer europäischen Identität gegenüber? Wie kann eine europäische Identität insbesondere im Spannungsfeld von nationalen und regionalen Identitäten etabliert werden? Diese und andere Fragen werden in dem vorliegenden Band von Wissenschaftlern der unterschiedlichsten Disziplinen erörtert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.07.2009

Mit Interesse und offenbar auch Gewinn hat Rezensent Wilfried Loth diesen Sammelband zu Europa gelesen, auch wenn er es im Wesentlichen dabei belässt, die verschiedenen Beiträge zu referieren. Nachgedacht wird in dem Band vor allem darüber, wie die Identifikation mit Europa gestärkt werden könne, denn noch immer sei die EU ein Elitenprojekt, das nur von jungen und gut ausgebildeten Milieus getragen wird. Jochen Roose etwa empfehle, die EU als "Friedens- und Demokratieprojekt" zu etablieren, Claire Demesmay rät, emotionale Themen zu setzen (Migration!). Am positivsten kommt bei ihm Julian Nida-Rümelin Beitrag an, der Europas Urgründung im griechischen "Verband von Verbänden freier Bürger" in den Kriegen gegen das Perserreich verortet - und der damit verbundenen Humanität, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.07.2008

"Überaus anregend" findet Rezensent Curt Gasteyger diesen von Werner Weidenfeld und Julian Nida-Rümelin herausgegebenen Band, in dem mehrere Autoren nach Europas Identität suchen. So unterschiedlich die Perspektiven auch sein mögen - die einen setzen auf die Verfassungsgemeinschaft, andere auf bürgerschaftliches Engagement oder die Offenheit nach vorne -, so interessant erscheinen sie dem Rezensenten. Angesprochen sieht er zu seiner Befriedigung auch die Fragen, welche Gemeinsamkeiten es in der EU jenseits des Warenverkehrs es tatsächlich gibt, ob Europa nicht zu einem politischen Grundkonsens gezwungen sein wird und ob der "Mangel an strategischem Denken" nicht zu Europas Achillesferse (Weidenfeld) geworden sei.
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