Wim van Meurs, Robin de Bruin, Liesbeth van de Grift, Carla Hoetink, Karin van Leeuwen und Carlos Reijnen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Euro- und Flüchtlingskrisen liefert dieses Buch einen fundierten und auf das Wesentliche gerichteten Überblick zur Geschichte und Gegenwart der europäischen Integration - von Briand und Monnet als Vordenker bis zu den Brexitverhandlungen heute.
Die Autoren analysieren das Spannungsfeld zwischen der Wahrung nationaler Eigeninteressen und europäischer Solidarität, zwischen der Vertiefung der Integration und der Aufnahme neuer Mitgliedsstaaten. Für jede Phase in der Geschichte der EU erläutert der Band die politisch-theoretischen Grundlagen und die historischen Ereignisse. Mit der nüchternen Bewertung der Vor- und Nachteile der Machtübertragung an Brüssel meidet er die aktuelle polarisierende Debatte und verschafft wertvolle Einsichten in die Funktionsweise der heutigen EU sowie in ihre Entstehungsgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.10.2018
Mit diesem Buch machen die sechs Autoren dieses Bandes die Verwirrung um Europa komplett, konstatiert Wilfried Loth, der dies umso bemerkenswerter findet, als sie recht vollmundig ankündigen, Orientierung bieten zu wollen, wo andere nur "Zwangsoptimismus" und "Voreingenommenheit" aufbrächten. Doch zum einen verleiden dem Kritiker gravierende Niveau-Unterschiede die Lektüre, zum anderen vermisst er in den Beiträgen eine klare Begrifflichkeit und verlässliche Einschätzungen. Ihm wird bald klar, dass die Autoren ihrer eigenen Agenda folgen, wenn sie gegen politischen Idealismus, eine "ungezügelt ehrgeizige" Kommission und überhaupt das abgehobene Brüssel anschreiben, das zurecht das Misstrauen der Bürger wecke.
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