Willy Brandt

Berliner Ausgabe, Band 9: Die Entspannung unzerstörbar machen

Internationale Beziehungen und deutsche Frage 1974 - 1982
Cover: Berliner Ausgabe, Band 9: Die Entspannung unzerstörbar machen
J. H. W. Dietz Nachf. Verlag, Bonn 2003
ISBN 9783801203092
Gebunden, 499 Seiten, 27,60 EUR

Klappentext

Herausgegeben im Auftrage der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung von Helga Grebing, Gregor Schöllgen und Heinrich August Winkler. Bearbeitet von Frank Fischer. Dem Rücktritt Willy Brandts als Bundeskanzler im Mai 1974 folgte ein verblüffendes Comeback des international hoch angesehenen Staatsmannes. Der Band dokumentiert für die Jahre 1974 bis 1982 das Bemühen Brandts, die Entspannungspolitik während einer Phase zunehmender Spannungen in der Weltpolitik "unzerstörbar" zu machen. Das internationale Umfeld für die Entspannungspolitik wurde ab der zweiten Hälfte der siebziger Jahre immer schwieriger. Die Konfrontation der Supermächte spitzte sich zu. Die amerikanisch-sowjetische Detente und Brandts Ostpolitik, die mit der Helsinki-Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und den Wiener Abrüstungsverhandlungen (MBFR) multilateral fortgesetzt werden sollten, gerieten dadurch in Gefahr. Die über 80 Dokumente dieses Bandes - Reden, Artikel, persönliche Vermerke, Protokolle, Interviews und Briefe - zeigen, wie der SPD-Parteivorsitzende sein großes Ansehen in die Waagschale warf und der weltpolitischen Trendwende mit einer "aktiven Friedenspolitik" zu begegnen suchte. Besonders intensiv gestaltete sich dabei der Gedankenaustausch mit dem sowjetischen Generalsekretär Leonid Breschnew: Briefwechsel und Gesprächsnotizen im Zeitraum von 1974 bis 1982 werden hier erstmals zugänglich gemacht...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.11.2003

Dietmar Süss ist von diesem neunte Band der Willy-Brandt-Reihe, der die Jahre nach Willy Brandts Rücktritt als Bundeskanzler behandelt, wie schon von den vorhergehenden sehr angetan. Der Rezensent lobt die "gewohnt sorgfältige Weise", in der das Buch über die Politik Willy Brandts in dieser Zeit informiert und betont auch, wie "souverän" die jeweiligen Dokumente, Briefe und Interviews, die das Buch enthält, von Frank Fischer eingeleitet werden. Kern der Publikation sind die zwischen 1974 und 1982 entstandene Korrespondenz zwischen Brandt und Breschnew, die hier das erste Mal zugänglich werden, teilt der Rezensent angetan mit. Dabei werde insbesondere der Konflikt zwischen Entspannungspolitik und dem vehementen Einfordern von Menschenrechten deutlich, in dem sich Brandt wegen der zunehmenden Spannungen zwischen Ost und West befand, so Süss beeindruckt.

Beliebte Bücher

Juli Zeh. Pony Show - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Juli Zeh: Pony Show
Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet…
Daniel Kehlmann. Afrika - Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Daniel Kehlmann: Afrika
Im Winter 1884 versammeln sich auf Einladung Bismarcks die großen Mächte zu einer Konferenz, auf der ein ganzer Kontinent mit all seinen Reichtümern aufgeteilt werden soll:…
Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…