Aus dem Russischen von Rosemarie Tietze. Eigentlich ist der Student aus Russland ein vielversprechender junger Mann, doch neigt er zu seltsamen Wahnvorstellungen. Ist der gepflegte ältere Herr in dem Pariser Café wirklich der Bettler, dem er vor zwei Jahren ein Almosen gab? Die beiden freunden sich an, und der Student besucht Pawel Alexandrowitsch und seine junge Geliebte fortan oft. Eines Abends überlegt er, ob es für seinen Freund nicht das Beste wäre, genau jetzt zu sterben, da er offenbar rundum glücklich ist. Am nächsten Tag wird der Freund ermordet aufgefunden. Und der einzige Zeuge, ein goldener Buddha, ist verschwunden …
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.09.2016
Thomas Steinfeld sieht in Gaito Gasdanow einen Boten aus einer verlorenen Vergangenheit. Gasdanows Kriminalroman um einen in seinen halluzinatorischen Innenwelten sich verlierenden Träumer im Paris der 20er Jahre beeindruckt ihn durch seine altertümliche, ruhige Sprache, für Steinfeld ein wirkungsvoller Kontrast zur Haltlosigkeit des Helden, an dem auch er als Leser sich festhält. Literarisch erinnert Gasdanow den Rezensenten an den Prager Autor Leo Perutz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.03.2016
Tilman Spreckelsen freut sich, dass nun auch Gaito Gasdanows Roman "Die Rückkehr des Buddha" von 1947 ins Deutsche übersetzt wurde. Einmal mehr bewundert der Kritiker die Erzählkunst des Autors, der hier an einem namenlosen russischen Studenten im Paris der zwanziger Jahre verschiedene Wahrnehmungszustände erprobt: Fasziniert erlebt der Rezensent, wie Gasdanows Protagonist versucht, eigene Erfahrungen von fremden und reale von fiktiven zu unterscheiden und sich bemüht, Herr über seine trügerische, schwankende Existenz zu werden. Großartig, wie der Autor die Auswirkungen von äußeren Umständen auf die Psyche überprüft, findet der Kritiker, der diesem herausragenden Roman auch kraftvolle Bilder verdankt.
Claus-Ulrich Bielefeld erkennt in Gaito Gasdanows Roman "Die Rückkehr des Buddha" einige Motive aus dem zuletzt veröffentlichten "Das Phantom des Alexander Wolf" wieder und verweist auf Gasdanows eigene Biografie, um die Ähnlichkeiten zu erklären. Der hatte im russischen Bürgerkrieg auf Seiten der Weißen Armee gekämpft und war nach der Niederlage ins Pariser Exil gegangen, so der Rezensent. Dort spielt auch der neue Roman, und wieder wird die "Stadt als Ort der Verunsicherung" für einen traumatisierten Emigranten gezeichnet, erklärt Bielefeld. Der Ich-Erzähler gerät unter Mordverdacht und eine goldene Buddha-Figur spielt eine merkwürdige Rolle in der Lösung des Falles, fasst der Rezensent zusammen, dem nur das abschließende Happy End etwas erzwungen erscheint.
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