Aus dem Englischen von Heinz Feldmann. Inspiriert von dem gleichnamigen Gemälde des französischen Barockmalers Nicolas Poussin, zeichnet der Zyklus ein facettenreiches Bild der englischen Upperclass vom Ende des Ersten Weltkriegs bis in die späten sechziger Jahre. Aus der Perspektive des mit typisch britischem Humor und Understatement ausgestatteten Ich-Erzählers Jenkins - der durch so manche biografische Parallele wie Powells Alter Ego anmutet - bietet der "Tanz" eine Fülle von Figuren, Ereignissen, Beobachtungen und Erinnerungen, die einen einzigartigen und aufschlussreichen Einblick geben in die Gedankenwelt der in England nach wie vor tonangebenden Gesellschaftsschicht mit ihren durchaus merkwürdigen Lebensgewohnheiten. Der historische Hintergrund - im sechsten Band, "Die Wohlwollenden", ist es der Vorabend des Zweiten Weltkriegs, die Zeit also zwischen Münchner Abkommen und Hitler-Stalin-Pakt - scheint dabei immer wieder überraschend schlaglichtartig auf.
Rezensent Andreas Isenschmid freut sich über drei weitere Bände (6,7 und 8) von Anthony Powells auf zwölf Bände angelegten "Tanz zur Musik der Zeit". Die an Prousts Suche der verlorenen Zeit erinnernde "biographie romance" des britischen Autors verspricht ungeahnte Leseerfahrungen, versichert der Kritiker, der sich einmal mehr von Powells "schlackenlos klarer" Sprache, den "hellhörig hingetuschten" Dialogen und der erfrischende Ironie in den Bann ziehen lässt. Dass dem Autor schnöde Handlung zu wenig schicklich, ein erzählendes Ich zu "aufgeblasen" scheint, stört den Rezensenten keinesfalls: Viel zu gern folgt er den spritzigen Porträts, klugen Reflexionen und herrlich britischen Dialogen dieses Antiromans, der ihn in den hier vorliegenden Bänden weg von den Party-Jahren in die Jahre des Krieges führt.
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