Anthony Powell

Die Wohlwollenden

Ein Tanz zur Musik der Zeit, Band 6
Cover: Die Wohlwollenden
Elfenbein Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783941184411
Gebunden, 288 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Heinz Feldmann. In­spi­riert von dem gleichnamigen Gemälde des französischen Barockmalers Nicolas Poussin, zeichnet der Zyklus ein facettenreiches Bild der englischen Upperclass vom Ende des Ers­ten Weltkriegs bis in die späten sechziger Jahre. Aus der Perspektive des mit typisch britischem Humor und Understatement aus­gestatteten Ich-­Erzählers Jenkins - der durch so manche bio­­grafische Parallele wie Powells Alter Ego anmutet - bietet der "Tanz" eine Fülle von Figuren, Er­eig­nissen, Beobachtungen und Erinnerungen, die einen einzigartigen und aufschlussreichen Ein­­blick geben in die Gedankenwelt der in England nach wie vor tonangebenden Gesell­schafts­schicht mit ihren durchaus merk­würdigen Lebensgewohnheiten. Der historische Hintergrund - im sechsten Band, "Die Wohlwollenden", ist es der Vorabend des Zweiten Weltkriegs, die Zeit also zwischen Münchner Abkommen und Hitler-Stalin-Pakt - scheint dabei immer wieder überraschend schlaglichtartig auf.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 27.04.2017

Rezensent Andreas Isenschmid freut sich über drei weitere Bände (6,7 und 8) von Anthony Powells auf zwölf Bände angelegten "Tanz zur Musik der Zeit". Die an Prousts Suche der verlorenen Zeit erinnernde "biographie romance" des britischen Autors verspricht ungeahnte Leseerfahrungen, versichert der Kritiker, der sich einmal mehr von Powells "schlackenlos klarer" Sprache, den "hellhörig hingetuschten" Dialogen und der erfrischende Ironie in den Bann ziehen lässt. Dass dem Autor schnöde Handlung zu wenig schicklich, ein erzählendes Ich zu "aufgeblasen" scheint, stört den Rezensenten keinesfalls: Viel zu gern folgt er den spritzigen Porträts, klugen Reflexionen und herrlich britischen Dialogen dieses Antiromans, der ihn in den hier vorliegenden Bänden weg von den Party-Jahren in die Jahre des Krieges führt.