Aus dem Französischen von Sonja Finck. Der französische Autor Frederic Chaudiere, selbst Geigenbauer, erzählt die wechselhafte Lebensgeschichte eines Instruments und der Menschen, die im Laufe der Jahrhunderte mit ihm in Berührung kamen. Die hochgewachsene Fichte, die in einer Neumondnacht des Januar 1707 im venezianischen Val di Fiemme geschlagen wird, ahnt nichts von ihrem künftigen Schicksal. Aus ihrem Holz wird eine der kostbarsten Geigen der Welt gebaut, in ihren Fasern werden die Kompositionen berühmter Musiker - schließlich sogar der verruchte Jazz - erklingen, ihre abenteuerliche Reise wird über die Werkstatt Stradivaris in Cremona bis nach Paris, London und New York gehen. Frederic Chaudiere erzählt die wechselhafte Lebensgeschichte der Stradivari "Gibson" und der Menschen, die im Laufe der Jahrhunderte mit ihm in Berührung kamen. Immer wieder verbringt sie lange Monate in den Kisten und Schubfächern ihrer verschiedenen Besitzer, bis sie der junge jüdische Geigenvirtuose Bronislaw Huberman in den dreißiger Jahren mit ins Exil nach New York nimmt. Und eines Abends ist das wertvolle Stück verschwunden...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.09.2007
Rezensent Harald Eggebrecht zeigt sich von der wechselhaften und hochspannenden Geschichte der Stradivari "Gibson" überaus fasziniert. 1936 wurde sie dem Geiger Bronislaw Hubermann aus der Künstlergarderobe der Carnegie Hall gestohlen. Dem Dieb brachte die Geige kein Glück, lesen wir. Er wurde drogenabhängig, kriminell und landete schließlich im Gefängnis. Als todkranker Mann gab er die Geige schließlich zurück. Neben dieser Geschichte erzählt der französische Autor, von Berufs wegen selbst ein angesehener Geigenbauer, ganz nebenbei auch von der Geigenbau-Epoche in Cremona, ihrem Niedergang und berühmten anderen Geigen aus dieser Zeit, freut sich Eggebrecht.
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