Um 1700 machte sich ein Geigenbauer aus dem Allgäu auf den Weg nach Italien. Seinen Namen kennen wir nicht, aber eines seiner Instrumente: gebaut in süddeutscher Tradition, aber vermutlich in Venedig fertiggestellt. Es legt Zeugnis ab von einem Netzwerk, in dem bereits vor mehr als drei Jahrhunderten Menschen, Waren und Wissen durch Europa zirkulierten.
Philipp Blom hat diese Geige entdeckt und kommt von ihrem Klang nicht mehr los. Nun hat er ihre Geschichte erforscht. Sie handelt von Migration, von der Lebenswelt der Handwerker, aber auch von Venedig, der damaligen Hauptstadt der Musik. Die Suche nach dem namenlosen Geigenbauer liefert den Schlüssel zu einer ganzen Epoche - die unserer Gegenwart gar nicht so fremd ist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.02.2019
Für Angela Schader hätte Philipp Blom die Recherche nach dem Erbauer seiner Geige auch etwas weniger umfänglich gestalten dürfen. Ansonsten aber macht ihr Bloms Reise zu den Geigenbauern Italiens und Füssens viel Freude, auch wenn der Autor oft ein wenig eigenwillig und fantastisch wird, wenn er sich in die Gefühls- und Gedankenwelt des unbekannten Geigenbauers zu versetzen versucht. Die Geschichte seiner Nachforschungen aber scheint Schader vor allem für musikalisch und historisch Interessierte empfehlenswert. Sie nimmt der Autor mit ins Venedig des Barock oder zu einem Totentanz.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.11.2018
Rezensent Harald Eggebrecht lässt sich vom Philip Blom gern mitnehmen auf die italienische Reise, die eigentlich eine Spurensuche ist nach der Herkunft von Bloms kostbarer Geige. Denn der gelernte Historiker und passionierte Geiger besitzt ein Instrument, von dem er nur wusste, dass es im 18. Jahrhundert gebaut worden war, aber nicht von wem. Der Klang ist italienisch, mit deutschem Akzent, erfahren wir. Der Rezensent folgt dem Autor auf seiner Suche zu den alten Zentren des Instrumentenbaus, von Füssen im Allgäu über Venedig und zurück nach Tirol. Die Bilder, die Blom in seinem Buch von Landschaften, Gesellschaft und Kultur zeichnet, erinnern Eggebrecht an die venezianische Vedoutenmalerei.
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