Aus dem Französischen von Horst Günther. Illustriert von Karl-Ernst Herrmann. Mit Personenregister und 8 farbigen Bildtafeln. Gäbe es keine Zauberinnen, die Oper wäre um ihre besten Werke gebracht. Die berühmtesten Vertreterinnen ihrer Art sind jene drei Damen, die zu Beginn der "Zauberflöte" dafür sorgen, dass der Held nicht schon bei seinem ersten Auftritt von einem Drachen verschlungen wird. Ihre Nachfolgerinnen, Julia, Manon, Elektra und all die anderen, entwickeln ihre Zauberkräfte allein aus der Musik - und ziehen die Figuren auf der Bühne genauso wie die Menschen im Zuschauerraum in ihren Bann. Ein verführerischer Streifzug durch die schönsten Werke, geschrieben von einem hervorragenden Kenner der Oper und ihrer Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 03.04.2007
Voller Bewunderung schreibt Gisela von Wysocki über diese gewaltige Werk des Schweizer Gelehrten Jean Starobinski, den sie zu den letzten großen enzyklopädischen Denkern vom Range eines Claude-Levy-Strauss oder George Steiner zählt. Sein Buch "Die Zauberinnen" sei ein "geistesgeschichtlicher Kraftakt", der, wie sie einräumt, Leser mitunter an die "Grenzen der Fassungskraft" führen können. Wenn wir die Ausführungen der rezensentin richtig verstanden haben, untersucht Starobinski darin die Kraft, die in der Geschichte der Oper wirkte, den Zauber eben, der darin wirkt. Seine Erläuterungen folgen dabei dem Motiv des Ödipus, der selbst nur als Form des Komplexes die Tragödie des Sophokles in sich birgt. Und so tragen wir auch die die Tragödien der Oper in uns. Und die Musik, der "Rahmen von Schein und Schönheit" lassen uns diese grausamen oder empörenden Geschichten hinnehmen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.03.2007
Ganz und gar hingerissen zeigt sich Wolfgang Schreiber von Jean Starobinskis Werk über "Macht und Verführung in der Oper". Die Darstellung scheint ihm ebenso leichtfüßig und gelehrt wie elegant und von großer Leidenschaft für die Kunst der Oper geprägt. Dass insbesondere die Opern Mozarts in dem Buch breiten Raum einnehmen, stößt bei Schreiber auf vollste Zustimmung. Aufschlussreich findet er hier vor allem die Ausführungen über die geniale Zusammenarbeit Mozarts mit dem italienischen Dichter und Opernlibrettisten Lorenzo da Ponte. Deutlich wird für Schreiber zudem die Größe und Souveränität von Mozarts alles beherrschendem und durchdringendem musikalischen Geist. Glücklich bescheinigt er Starobinski, mit einer Fülle von "detailscharfen Beobachtungen, Verknüpfungen, Assoziationen, Blitzen" aufzuwarten. Für Schreiber eine Lektüre von "Reiz und Zauber".
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