Nachdem er jahrelang die Zerstörung seiner Familie im Holocaust verdrängte, beginnt der Geigenbauer Amnon Weinstein in seiner Werkstatt in Tel Aviv in den 1990er Jahren damit, Geigen zu restaurieren, die von jüdischen Musikern während des Holocausts gespielt wurden. Denn vor ihm steht ein Mann, der im Orchester von Auschwitz spielte, seine Violine über Jahrzehnte nicht angerührt hat und sie nun für seinen Enkel reparieren lassen will. Als Weinstein das Instrument öffnet, entdeckt er im Inneren Asche, die aus den Krematorien stammen muss.
Grymes erzählt die Geschichte von sieben Geigen, die Weinstein in den folgenden Jahren zu neuem Glanz und Leben erweckt: Für die Musiker konnten sie ein Mittel sein, um rechtzeitig aus Europa zu fliehen, wie bei Bronislaw Hubermann, dem Gründer des Palestine Orchestra, des späteren berühmten Israel Philharmonic Orchestra.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.04.2017
Gleich zwei neue Bücher erzählen die Geschichte des Geigenbauers Amnon Weinstein, der die väterliche Sammlung von Geigen im Konzentrationslager ermordeter Juden erweiterte und die Streichinstrumente reparierte, annonciert Rezensent Rainer Hermann. Während sich Titus Müller und Christa Roth vor allem auf Weinsteins Werdegang konzentrieren, untersuchte der amerikanische Musikwissenschaftler James A. Grymes "akribisch" die Geschichte der einzelnen Geigen, informiert der Kritiker. Hermann liest hier etwa die "wahnwitzige" Geschichte des Orchesters im Konzentrationslager in Auschwitz, die Grymes am Beispiel des Geigenvirtuosen Henry Meyer erzählt. Darüber hinaus erfährt er hier auch, wie das Palestine Orchestra entstanden ist.
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