Die "Vereinigten Staaten von Europa". Ein utopischer Traum?
Schon am 19. September 1946 forderte Winston Churchill, der legendäre britische Kriegspremier, in einer Rede an der Universität Zürich, die heute wieder von erstaunlicher Aktualität ist: Wer die Gespenster des Krieges verbannen will, muss die "Vereinigten Staaten von Europa" schaffen. Heute scheint dieses Ziel wieder in die Ferne zu rücken.
Frank-Walter Steinmeier, der deutsche Außenminister, sieht und benennt diese Gefahr klar und beschäftigt sich ganz im Sinne Churchills mit der gegenwärtigen Krise Europas. Flüchtlingsströme, Brexit und heftiger Streit in der EU dürfen dieses einzigartige Friedenswerk nicht beschädigen. Leidenschaftlich weist er Wege aus der Krise und findet deutliche Worte für ein geeintes Europa.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.12.2016
Gleich zwei Bücher arrivierter Berufspolitiker befassen sich mit der Krise der Europäischen Union, stellt Wilfried Loth fest. Während sich Jürgen Rüttgers weitgehend darauf beschränkt, das bereits Errungene zu beschreiben, zeigt Frank-Walter Steinmeier konkrete Schritte aus der Krise auf: den Ausbau der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik, die Schaffung eines gemeinsamen Grenzschutzes und Asylsystems, fasst der Rezensent zusammen. Dass sich für diese wichtigen Maßnahmen eine Mehrheit in Europa finden ließe, mag Loth gerne glauben, die Herausforderung wird nur sein, wie sie sich organisieren lässt.
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